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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mittheilungen über Kiyolitli u. d. darauf gegründete Industrie. G73

unten, während die der anderen Feuerung, welche am entgegengesetz-ten Ende des Ofens angebracht ist, vereint mit der Flamme der erstenFeuerung den Herd von oben erwärmt. Die entgegengesetzte Lageder Feuerungen bewirkt, dass der Rauch aufgezehrt wird und einegleichmässige Erwärmung des ganzen Herdes stattfindet. Dadurch,dass die Flamme nach Passirung des Herdes auch über das Gewölbedes Ofens streicht, wird die Abkühlung desselben verhindert. Die Längedes Ofens beträgt etwa 13 bis 15 Fuss und dessen Breite 8 Fuss, wel-ches also die Spannweite des Bogens ist, während die Krümmung des-selben nur 12 Fuss beträgt. Ein Ofen hat nach sechsmonatlicher Be-nutzung, bei der 23 000 Centner des Gemisches geglüht wurden, keinerReparatur bedurft. Der Verbrauch an Heizmaterial beläuft sich auf i/gder Mischung.

Die geglühte Masse wird mit Wasser ausgelaugt, wobei Natrium -aluminat in Lösung geht, während Fluorcalcium ungelöst zurückbleibt.Das Auslaugen geschieht durch Deplacement in conischen hölzernenBehältern mit Doppelboden; bei richtigem Verfahren hat die Lauge eineStärke von ungefähr 33° B.

Die Kohlensäure, mit der die Natriumaluminatlösung gefällt wird,erzeugt man in einem Kryolithofen durch Verbrennung von Cinders.Man muss sich beim Einleiten derselben vor einer Uebersättigung hüten,da Natriumbicarbonat die Klärung sehr hindert. Nachdem die Thon-erde sich abgelagert hat, wird die klare Sodalösung durch die nichtverbrauchte Wärme der Glühöfen eingeengt. Wenn dann die concen-trirte Lauge 8 bis 10 Tage der Ruhe überlassen ist, krystallisirt dieSoda grösstentheils aus, welche dann, von der Mutterlauge befreit undgetrocknet, gangbare Handelswaare bildet.

Die leicht verwitternden Krystalle der reinen Soda waren keinebeliebte Handelswaare, weshalb man sie anfangs, als man reinen Kryo-lith verarbeitete, durch Zusatz von schwefelsaurem Natrium dem eng-lischen Fabrikate ähnlich machen musste. Später, als weniger reinerKryolith verarbeitet wurde, bildete sich durch Oxydation der beige-mengten Schwefelmetalle (Bleiglanz, Kupferkies, Schwefelkies) eine hin-reichende Menge Schwefelsäure.

Der aus der Lauge gefällte Niederschlag ist nicht reine Thonerde,sondern eine constante Verbindung von Thonerde, Natron, Kohlensäureund Wasser, bestehend aus:

45 Proc. Thonerde,

20 Natriumcarbonat,

35 Wasser.

Einen feinkörnigen Bodensatz bildend scheidet er sich leicht aus derSodalauge ab.

Die Natriumverbindung kann von der Thonerde nur durch lang-dauerndes Auswaschen mit kochendem Wasser vollständig getrenntWiener Weltausstellung. III. 43