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Gruppe III. Chemische Industrie.
Verarbeitung des Kryoliths.
Der Kryolith wird in der Fabrik Oeresund auf Mühlen mittelstKantläufern fein vermahlen, gesiebt und sorgfältig mit geschlämmter,gut getrockneter und gesiebter Kreide vermischt. Die Grösse des Kreide-zusatzes hängt von der Reinheit des Kryoliths ab. Man nimmt jetzt,da derselbe gewöhnlich 84 bis 88 Proc. reinen Kryolith enthält, etwal 1 /* Mal so viel Kreide. Man verwendet dort das Material der Kreide-felsen von Stevns an der Ostküste Seelands (Stevns Klint).
Das Gemisch der beiden Stoffe wurde früher für sich geglüht.Dabei war es aber trotz der feinsten Pulverisirung und der sorgfältig-sten Mischung nicht zu vermeiden, dass Theile des Kryoliths von demgebildeten Natronaluminat umschlossen wurden und so der Zersetzungentgingen, wodurch die Ausbeute natürlich nicht unbedeutend verrin-gert wurde. Erst vor wenigen Jahren ist es den Herren Hagemannund Jörgensen nach mehrjährigen Versuchen gelungen, eine Methodeausfindig zu machen, bei welcher ein solcher Verlust nicht stattfindet.Die Reaction zwischen Kryolith und Kreide ist die folgende:
A1 2 F1 6 , 6NaFl + 6CaC0 3 = Al 2 0 3 ,3Na 2 0 + 6 CaFl 2 -f 6 C0 2Thonerde-Natron ist das nützliche Product, während Fluorcalcium alsAbfall angesehen wurde. Eben diesen suchten die Genannten zu ver-wenden, indem sie das Gemisch von Kryolith und Kreide sorgfältig miteiner entsprechenden Menge Abfall (Flussspath) vermischten. Dies ver-ursachte nicht unbedeutende Unkosten, da die Anzahl der Oefen ver-doppelt werden musste; die Ausbeute stieg aber von 12 bis 13. Proc.Thonerde und 60 Proc. Soda auf 18 resp. 68 bis 70 Proc., wodurchMühe und Kosten reichlich ersetzt wurden.
Von grosser Wichtigkeit ist es, dass das Gemisch einer gleichmäs-sigen Rothglühhitze ausgesetzt wird, welche stark genug ist, das Zu-sammensintern und die chemische Zersetzung zu bewirken, aber nichtso stark, dass die Masse schmilzt, wodurch die Zersetzung theil-weise verhindert und das Auslaugen erschwert werden würde. Es hatsich herausgestellt, dass ein gewöhnlicher Flammofen nicht benutztwerden kann, weil die Temperatur nicht gleiehmässig genug über dieganze Herdfläche vertheilt werden kann. An einer Stelle ist die Hitzeso intensiv, dass die Masse schmilzt, während sie an einer anderen nichtstark genug ist, um die chemische Zersetzung hervorzurufen. BeimUmrühren wird alsdann viel Kryolith von der geschmolzenen Masseeingehüllt und so vor der Zersetzung geschützt. Hr. Thomsen hatdeshalb einen Flammofen construirt mit combinirter, directer und in-directer Erwärmung des Herdes. Der Ofen ist aus dünnen, feuerfestenFliessen hergerichtet, die auf gemauerten Pfeilern ruhen. Er hat zweiFeuerherde; die Flamme der einen Feuerung bestreicht den Herd von