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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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lieber den Kryolith von Grönland etc.

zen arbeiten fünf Dampfmaschinen. Die Steinkohlen sind verhältniss-mässig billig, weil die Schiffe dieselben als Ballast mitbringen. DieZeit des VerschifFens ist von April bis October.

Die Arbeiten zerfallen in vier Theile: das Sprengen, das Sortiren,das Transportiren nach dem Stapelplatze und das Stapeln. Zum Spren-gen wird Sprengpulver benutzt. Die Bohrlöcher, welche schräg ange-legt werden, um weniger Sprengsatz zu gebrauchen, sind von 1 bis 6,gewöhnlich 3 Fuss Tiefe. In den besten Arbeitsmonaten, Juni undJuli, werden monatlich 700Pfd.Pulver verbraucht; man rechnet 1 Pfd.für jede Mine, durch welche durchschnittlich 60 Kubikfuss Kryolithlosgesprengt werden, wovon 1 / 3 bis x /a Abfall ist. Ein Paar Minirerkann im Laufe eines Arbeitstages von 10 Stunden vier Minen von3 bis 4 Fuss bohren und sprengen.

Zum Zerkleinern und Sortiren bedient man sich grosser Hämmer(Mukkert) und Spalthämmer; alsdann befördert man den Kryolith aufKarren zu einem Schienenwege, wo er auf Wagen, die etwa 4700 Pfd.halten, geladen wird. Diese werden sodann durch Dampf kraft eineSchrägbahn hinauf befördert, von wo sie durch Arbeiter nach demStapelplatz geschafft werden. -

In dem geschlossenen Schacht sind sowohl die Wände wie derBoden Kryolith. Es wird besonders in die Tiefe gearbeitet. Durcheine Dampfmaschine wird das Aufwinden und die Erneuerung der Luftbesorgt.

In dem Stollen findet sich der Kryolith nur in Knollen, welcheairsgesprengt werden. In mineralogischer Beziehung ist diese Adervon Interesse, weil hier fast alle Ivitüt-Mineralien Vorkommen. Manarbeitet überall mit gewöhnlichen Oellampen, da keine schlagendenWetter zu fürchten sind.

Die Arbeiterzahl beläuft sich jetzt auf ungefähr 150 im Sommerund 30 bis 50 im Winter. Dazu kommt noch der Stab, der aus einemDirector, einem Assistenten, einem Arzte, einem Maschinenmeister,einem Magazinverwalter, sowie aus dem von der Regierung angestelltenControleur besteht.

Die Gebäude sind wegen der hier eigenthümlichen, heftigen, lauenSüdoststürme nur einstöckig. Die Maschinengebäude und Werkstättenliegen zwischen dem Stapelplatze und dem Schacht; die Wohnungenmeistens Östlich und westlich von diesem. Hier befinden sich ferner eineDampfküche, eineBäckerei, eineBrauerei, ein grosser Schweinestall und, derFeuersgefahr wegen, in einiger Entfernung im Thale, drei Pulvermagazineund ein Haus zum Auf bewahren von Zündmaterialien. Neben der Woh-nung des Directors liegt ein kleiner Garten, ein anderer weiter im Thal;in letzterem besonders gedeihen trefflich allerhand Küchengewächse.