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Gruppe III. Chemische Industrie.
In den tiefer gelegenen Schichten, namentlich in der Nähe derVertiefungen, hat man mittlerweile sehr durchscheinenden, weissenKryolith angetroffen. An den Wänden dieser Vertiefungen sind sehrschöne, farblose, triklinische Kryolithkrystalle gefunden worden. Indiesen Vertiefungen, die oft senkrechte Röhren bilden, findet man diemeisten Zersetzungsmineralien des Ivryoliths. Sie bestehen aus ver-schiedenen Verbindungen des Fluoraluminiums, Fluorcaleiums und Fluor-natriums. Mitunter enthalten sie Kieselsäure. Es gehören dahin:Thomsenolith, Paohnolith, Ilagemannit, Arksutit, Gaearksutit. LetzteresMineral besteht aus Fluoraluminium und Fluorcalcium; es bildetzwischen dem Thon und der Kryolithschicht eine 1 bis 2 Zoll dicke,weisse Masse, die in feuchtem Zustande stark durchscheinend undgelatinös ist, weshalb sie von den Arbeitern „Seife“ genannt und auchals solche benutzt wird.
Die überwiegende Menge Kryolith, die verarbeitet wird, enthält10 bis 20 p. C. fremde Beimengungen. Bei einem grösseren Procent-gehalt wird er als Abfall betrachtet. Die wichtigsten Beimengungensind: Quarz, Eisenspath', Bleiglanz, Schwefelkies, Kupferkies, Kalkspathund Flussspath.
Der Kryolith wird hauptsächlich in einem offenen 30 000 Quadrat-fuss haltenden Schacht in einer Tiefe von 40 Fuss unter dem Meeres-niveau bei hohem Wasserstande gewonnen. Die Arbeitszeit in diesemSchacht dauert von April bis Ende December. In der Zwischenzeitwird in einem geschlossenen Schacht von 200 Quadratfuss Durchschnittin einer Tiefe von 100 Fuss, sowie in einem Stollen, der fast wagerechtin das Gebirge gehauen ist, gearbeitet. Bis jetzt ist die Kryolithschichtnirgends durchbrochen.
Wasser und Kälte sind die Hauptfeinde der Arbeit im offenenSchacht. Das Wasser, welches sich während des Sommers im Schachtsammelt, ist nicht allein Regen- und Gebirgswasser, welches, durch diein Folge des Frostes gesprengte („verfaulte“) Oberfläche sickert, son-dern airch Seewasser, welches bei hoher Fluth, namentlich Springfluth,sich einen Weg durch das zum Anfüllen der Bucht benutzte Materialzum Schacht bahnt. Die Kälte verwandelt alsbald das sich allmäligansammelnde Wasser in Eis, welches vereint mit Schnee eine compacteMasse bildet, die bald den ganzen Schacht ausfüllt, und deren-Fort-schaffung mit den grössten Schwierigkeiten verknüpft ist. Um dies zuvermeiden, hat man eine kleine Schleuse erbaut, deren Sohle 4 x / 2 Fussunter dem Wasserspiegel bei hohem Wasserstand liegt, und durchwelche im Winter der Schacht mit einem Male mit Wasser angefülltwird. Dadurch wird das Gefrieren bis auf den Grund verhindert. ImWinter 1870/71, als der höchste Kältegrad 19‘5° C. betrug, war dasEis mitten auf dem Schacht nur 18 bis 20 Zoll dick. Im Frühlingwird geeist und das Wasser durch Dampfkraft ausgepumpt. Im Gan-