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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

schlag ab, der von Neuem ausgelaugt wird. Die klare Lauge wird inkleine hölzerne Bottiche von ungefähr 12 Eimer Inhalt und 36 ZollHöhe zur Krystallisation abgelassen. Zur Erleichterung derselben be-findet sich in der Mitte ein senkrechter Stab. Nach 3 bis 4 Tagenist die Krystallisation beendet. Die Mutterlauge,, ungefähr 4 bis 5 Eimervon jedem Bottich, wird in grösseren Keservoirs sich selbst überlassen,wo dann nach längerer Ruhe eine zweite brauchbare Krystallisationanschiesst. Diese besteht hauptsächlich aus cubischem Alaun.

Das Product der ersten Krystallisation hat in der Regel eineschwach rosenrothe, für den römischen Alaun ganz charakteristischeFärbung, welche beim Umkrystallisiren als röthlicher Schlamm ( mer-dacio) zurückbleibt. Derselbe rührt von etwas mechanisch einge-schlossenem Eisenoxyd her. Das Wiederauflösen der ersten Krystalli-sation geschieht zu Munkacs in flachen gusseisernen Gefässen von12 Eimer Inhalt. Die Flüssigkeit von 30° B. Concentraetion lässtman in hölzernen Bottichen wie das erste Mal krystallisiren. Nachdem Abkühlen wird die obere Krystalldecke abgenommen, die Mutter-lauge (von 12 bis 14° B.) wird in das grosse Sammelgefäss gebrachtund sodann werden die grösseren, säulenförmigen Krystallisationenentfernt. Um die übrigen Alaunmassen zu gewinnen, wird der ganzeBottich umgestürzt, die Reifen und Dauben des Bottichs werden ab-genommen, so dass die Krystallmasse sich als ein hohler Kegel darstellt.Die dem Boden und den Wänden zunächst liegenden Alaunschichtensind dunkel gefärbt, von geringer Festigkeit und werden abgekratztund wiederum raffinirt. Der zurückbleibende Alaunblock wird ingrössere Stücke zerschlagen, welche in einem massig warmen Raumegetrocknet werden.

Zuni Versand wird der Alaun in kleine Stücken zerschlagen, wobeinatürlich ein Theil in ziemlich feinem, griesförmigem Zustand erhaltenwird. Das Publicum in Oesterreich liebt im Allgemeinen möglichstgrosse Alaunstücke, während man in Frankreich und England denAlaun in ganz zerkleinerter, fast mehlartiger Form vorzieht, weshalbdort der Alaun oft noch mittelst Mühlen und Walzen zermahlen wird 1 ).

In Montioni beträgt die Ausbeute nur 14 bis 15 p. C. des ange-wendeten Alaunsteins. Im Winter 1872/73 wurden dort nur 9600 Kgproducirt. Seitdem ist die Fabrik in die Hände einer französischenGesellschaft gelangt, welche sich eine weit intensivere Ausbeutung desMaterials angelegen sein lässt 2 ).

Der sogenannte römische Alaun enthält nur Spuren von Eisenund ist im Handel sehr gesucht.

3. Darstellung aus Alaunerzen. Wir zählen dazu den Alaun-schiefer und die Alaunerde, welche die zweite der oben aufgestellten

!) Blumenwitz a. a. 0.

2 ) C. M. Kurtz, a. a. 0.