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Aluminium und Alummiumverbindungen.
Gruppen bilden (vergl. S. 616), die zur Alaunbildung eines Zusatzes vonKalium- (resp. Ammonium-)sulfat bedarf. Zwar enthalten einige schwe-dische Alaunschiefer eine gewisse Menge von Feldspath, und somit vonKali, fein eingesprengt; in der Kegel ist aber dieser Kaligehalt sogering, dass die aus den Erzen gewonnenen Langen als kalifrei be-handelt werden. Die bei weitem grösste Menge des im Handel ver-kommenden Alauns wird aus den Alaunerzen fabricirt. Die Methode,nach welcher meistens gearbeitet wird, ist kurz die folgende.
Zuniichst lässt man, um die Bildung von Aluminiumsulfat hervor-zurufen, die Erze verwittern oder rösten. Je nach der Beschaffen-heit der Erze, ihrer grösseren oder geringeren Dichtigkeit, ihrem Ge-halt an Schwefelkies, genügt die ' eine oder die andere Operation.Dichte Schiefer werden meist geröstet; indess geht der Röstung zweck-mässig der Verwitternngsprocess voran. Bei dem Verwittern der Erze,welches in wenig hohen, aber umfangreichen Haufen geschieht, geht dasfeinvertheilte Eisenbisulfid (Strahlkies, Wasserkies) durch Oxydation inEisensulfat und Schwefelsäure über. Nach Mitscherlioh und Ottofinden folgende beide Iieactionen statt:
FeS 3 + 70 + IJ 3 0 = FeS0 4 + II 3 S0 4 und6 FoS0 4 -j- 3 0 + H ä 0 = 2Fe 2 S0 6 -f Fe 2 3S0 4 -f I1 3 S0 4 !).
Die Schwefelsäure wirkt auf die Thonerde und bildet Aluminium-sulfat. Ebenso wirkt das Eisenoxydsalz auf den Thon; es bildet sichbasisches Eisensalz und Aluminiumsulfat. Je nach der Beschaffenheitder Erze, den klimatischen Verhältnissen u. s. w. müssen dieselben ein,zwei Jahre und länger verwittern.
Zum Zwecke des Röstens werden die Schiefer in Haufen gebrachtund, wenn ihr Bitumengehalt gross genug ist, für sich angebrannt;im anderen Fall werden sie mit Brennmaterial in abwechselnde!» Lagengeschichtet. Durch die Einwirkung der Hitze allein zerlegt sich derSchwefelkies (FeS 3 ) in Eisenmonosulfid (FeS) und Schwefel. Letztererzusammen mit eingemengtem freien Schwefel verbrennt zu schwefligerSäure; das leicht oxydirbare FeS giebt Eisenoxydul und ebenfallsschweflige Säure. Diese wirkt auf den Thon und bildet Aluminium-sulfit und -sulfat; das erstere geht beim Liegenlassen der geröstetenHaufen an der Luft ebenfalls allmälig in schwefelsaure Thonerde über.Natürlich bildet sich auch Eisenvitriol. Dieser zerlegt sich bei ein-tretender Rot.hgluth und bildet ein unlösliches, basisches Salz, wobeiSchwefelsäure frei wird, die einen neuen Antheil Thon zersetzt. Stattdes Röstens in Haufen’ oder Halden sind dafür besondere Schachtöfenvorgeschlagen worden, die indess bei grösserer Kostspieligkeit keineVorzüge darbieten. Der Röstprocess nimmt mehrere Wochen in An-spruch. Werden die Erze gleich nach der Röstung weiter verarbeitet,
1 ) Vergl. Otto, Anorganische Chemie II. Bd., vierte Aufl., 677.
"Wiener Weltausstellung. III. 40