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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Aluminium und Aluminiumverbindungen.

durch zu rösten. Es werden deshalb, wenn der Ofen ausgebrannt ist,die Steine einer Sortirung unterworfen. Der gänzlich geröstete Steinist bedeutend leichter und poröser als vor dem Brennen, so dass eineUnterscheidung von den unvollkommen gebrannten nicht schwierig ist.Letztere werden mit rohen Steinen gemeinschaftlich von Neuem ge-brannt. Vollkommen gebrannter Stein differirt um 30 bis 35 p. C.vom Gewichte des rohen. Die Dauer einer Glühung beträgt 6 bis 8 Stun-den. Ein Centner rohen Alaunsteins verlangt einen Aufwand von etwa18 bis 22 Pfd. lufttrockenen eichenen Holzes als Brennmaterial.

Die durch das Rösten theilweise erreichte Aufschliessung wirddurch das Verwittern vollendet. Es wird dadurch ein Zustand her-vorgerufen, der die Aufnahme aller löslichen Theile vom Wasser voll-kommen ermöglicht. Die geglühten Steine werden in 3 bis 4 Fusshohe Haufen, in warmer Jahreszeit niedriger, in kalter höher aufge-schichtet. In 6 bis ; 8 Wochen ist der grösste Theil der Steinmassevollkommen zerfallen. Nicht zersetzte Steine werden ausgelesen.Frühling und Herbst sind die zur Verwitterung günstigsten Jahreszeiten,da dann Wärme und Feuchtigkeit genügend vorhanden sind. Beitrockenem Wetter müssen die Steinhaufen reichlich begossen werden.

Die zerfallene, weiche Masse wird jetzt mit heissem Wasser aus-gelaugt. Dies geschieht zu Tolfa, Montioni und Civita vecchia in grossenSiedepfannen, deren Boden ans Kupfer besteht und deren oberer Theilaus Backsteinen gemauert ist, zu Munkäcs in 18 Zoll tiefen und3 Klafter langen Gefässen, in welche 3 bis 4 Cubikfuss verwitterteMasse und 4 bis 5 Eimer Wasser kommen. Der Inhalt wird in denGefässen eine halbe Stunde lang tüchtig durchgerührt, nach welcherZeit alles Lösliche vom Wasser aufgenommen worden ist. Die unlös-lichen Theile, Kieselerde und thonige Rückstände, lässt man sich ab-setzen ; sie können zur Anfertigung feuerfester Ziegel und gewöhnlicherThonwaaren dienen.

In Montioni werden die 3 m tiefen und 2 m breiten Extractions-kessel mit 700 Kg gebrannten Alunits beschickt, der darin mit Wasserauf 70° erwärmt wird.

Die milchig weisse Lauge enthält noch viele thonige Bestandtheilein Suspension. Diese lagern sich in grossen in die Erde gegrabenenReservoirs ab. Die Ablagerung findet sowohl auf dem Boden, als auch anden Seitenwänden derselben statt. Dieser weisse thonige Schlamm wird,mit Wasser angerührt, gern zum Anstrich der Mauern und des Holzesbenutzt; das letztere schützt er vor Fäulniss, zum Theil auch vor Ver-brennung.

Die geklärte Lauge (von 10 bis 12°B. Concentration) wird sodannin grossen kupfernen Pfannen von 170 Eimer Inhalt eingedampft, bisdie Lauge eine Concentration von 33° B. hat. Auch in diesen Pfannensetzt sich noch ein thoniger, jedoch auch schon alaunhaltiger Nieder-