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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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C08 Gruppe III. Chemische Industrie.

für die menschliche Gesundheit, seine vollkommene Bearbeitungsfähigkeit,so muss man in der That sich wundern, dass es eine so geringe Be-nutzung findet, dass die grossen Hoffnungen, mit denen sein Erscheinenmach der Devilleschen Darstellung begrüsst wurde, so wenig realisirtsind. Der Handelspreis des Aluminiums würde bei Massenproductionsich erheblich verringern lassen. Er ist von dem des Natriums" ab-hängig, dessen Darstellung bei gesichertem massenhaften Absatz wohlauch noch wohlfeiler auszuführen wäre. Aber es fehlt eben an allge-meiner Nachfrage. Die Vortheile von Geräthschaften aus Aluminiumscheinen doch nicht so auf der Hand zu liegen, als dass sie alte Gewohn-heiten leicht überwinden könnten. Während auf der Londoner Welt-ausstellung, vom Jahre 1862 noch zahlreiche Gegenstände aus Aluminiumfigurirten, zeigten die Pcariser Ausstellung von 1868, sowie die Wiener,dass das Interesse an demSilber aus Thon seit einiger Zeit im Er-löschen ist.

Das nach Deville dargestellte Aluminium diente anfangs zuSchmucksachen und sonstigen Luxusartikeln; eine-kunstvoll ciselirteKinderklapper ( hocliet ), für den 1856 geborenen Sohn des Kaisers Napo-leon bestimmt, war das erste Stück dieser Art x ). Bald wurden auchwegen seines geringen Volumgewichtes Operngläser und Fernrohremit Aluminiumröhren hergestellt. Bei physikalischen Instrumentenund feineren Apparaten überhaupt, wo die Trägheit schwerer Massenhinderlich ist, ersetzt das Aluminium vörtheilhaft andere Metalle. AuchSäbelscheiden und Degengriffe sind daraus angefertigt worden. DieAdler auf den Fahnenstangen der französischen Armee sind um mehrals zwei Kilogramm leichter geworden, seitdem man sie aus Aluminiummacht. Da das Metall sich leicht zum feinsten Draht ausziehen lässtso hat man Stickereien, Spitzen, Tressen, Posamentierwaaren aus Alu-miniumdraht verfertigt. Vor silbernen Artikeln gleicher Art .habendiese Fabrikate den Vorzug, dass sie äusserst leicht sind und nichtanlaufen.

Die Anwendung des Aluminiums hat indess, wie gesagt, sehr ab-genommen. Daraus verfertigte Bijouterien sieht man heute fast nichtmehr. Die Optiker gebrauchen es noch oft zu Fernrohren und der-gleichen. Neuerdings wird es auch vielfach zu chirurgischen Zweckenbenutzt. In den Ateliers der Instrumentenfabrik von Chr. Schmidtin Berlin werden beträchtliche Mengen zur Anfertigung von Bein-schienen und dergleichen verbraucht.

Wenn sich nun nicht verkennen lässt, dass die hohen Erwartungenmit denen das Erscheinen des Aluminiums das Publicum erfüllt hatte,nicht verwirklicht worden sind, so findet doch die Aluminiumindustrie

j H. St. Claire.-Deville, Rapports des membres de la section fraiu;.du jury Internat. Paris 1862, t. I, p. 104114; Wagn. Jaliresber. 1864, 16.