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Aluminium und Aluminiumverbindungen.
welcher sie bei vielen römischen Schriftstellern aufgefunden hat. Einarmer Arbeiter verstand ans dem thonhaltigen Glase eine entschiedenmetallische Substanz abzuscheiden, aus welcher er eine Schale fertigte,die er dem Kaiser Tiberius darbot. Der Kaiser nahm die Schale anund lobte den Arbeiter über die Maassen. Letzterer warf, um demKaiser die werthvollen Eigenschaften der Schale zu zeigen, dieselbe zurErde, sie zerbrach nicht, sondern wurde nur verbogen, und der kleineSchaden konnte durch einige Ilammersehliige ebenso leicht reparirtwerden, als wenn die Schale von Gold oder Silber gewesen wäre. Diesesaus dem Thon dargestellte Metall war und konnte nichts Anderes seinals Aluminium. Man fragte den Arbeiter, ob das Geheimniss der Be-reitung des Metalls ihm allein bekannt sei, worauf er erwiderte: nurihm allein und Jupiter. Tiberius, die Befürchtung hegend, es möchtenGold und Silber durch einen so gemeinen Körper, wie die Thonerde,entwerthet werden, liess die Werkstätte des Arbeiters zerstören undihm selbst den Kopf abschlagen: Eum decollari jussit Imperator.“ AmSchlüsse seines Vortrags las Deville die hierauf bezügliche Arbeit desHrn.v. Beville vor, welche mit den Worten endigt: „Es ist mir gesagtworden, dass Ilr. Deville doch des nämlichen Aluminiumverbrechensschuldig, vom Kaiser der Franzosen eine ganz entgegengesetzte Be-handlung erfahren habe. Allerdings hiess jener römische ImperatorTiberius, und unser Kaiser nennt sich Napoleon III.“ ')
Wenn man die vortheilhaften Eigenschaften, welche das Aluminiumbesitzt, übersieht, seine Farbe, seine Leichtigkeit, seine Unveränder-lichkeit an der Luft und in Schwefelwasserstoff, seine Unschädlichkeit
!) Diese Geschichte wird allerdings in ähnlicher Weise von römischenSchriftstellern mitgetheilt. So erzählt Petronius Arbiter (Satyricon,cap. LI Ed. Bücliler): „Fuit tarnen faber, quifecit phialam vitream, quaenon frangebatur. Admissus ergo Caesarem est cum suo munere; deindefecit reporrigere Caesarem, et illam in pavimentum projeeit. Caesar nonpote validius quam expavit; at Ule sustulit phialam de terra; collisa erat,tanquam vasum aeneum. Deinde martiolum de sinu protnlit, et phialamotio belle correxit. Hoc facto, putabat, se solium Jovis teuere; utiqueposlquam Ule dixit: Namquidalius seit liane conäituram vitreorum? Tidemodo. Postquam negavit, jussit illum Caesar decollari; quia enim, si scitumesset, aurum pro luteo haberetnus.“ Ganz ähnlich schreibt Dio Cassius(ß. E. Lib. LVII, cap. XXI). Plinius (Hist, naturalis, Lib. XXXVI, cap. 66,§ 195) berichtet: „Eerunt Tiberio principe exeogitatum vitri temperamen-tum, ut flexibile esset, et totam officinam artificis ejus abolitam, neaeris, argenti, auri metallis qiretia detraherentur: eaque fama crebriordiu, quam certior fuit.“ Man bemerkt, dass nirgends von einem aus Thongewonnenen Material der Yase die Rede ist; vielmehr wird das Gefäss aus-drücklich stets gläsern (vitreus, vciXobg) genannt. Wenn man noch die Schwie-rigkeit der Darstellung des Aluminiitms in Betracht zieht, so kann man demSchluss, dass die Yase aus Aluminium bestanden habe, wie mir scheint,durchaus keine Berechtigung zuerkennen. Die Pointe der Erzählung desHrn. v. Böville ist wohl mehr in den Schlussworten zu suchen.