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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mörtel und Cement.

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letzt durch das fort und fort hinzukommende Hydrat gesprengt, wenndessen Bildung nicht durch rechtzeitige Entziehung des Wassers ab-gebrochen wird. Bei gröber gepulverter Masse bleiben die Dingeunter allen Umständen im Gleichgewicht, das Wasser dringt nicht bisins Innerste der Körner vor, das in weit beschränkterem Maasse gebil-dete Hydrat findet eben noch Platz in den Zwischenräumen. Bei denmehlfeinen Massen findet nach hinreichend langem Aufenthalt imWasser bedeutende, bei den sandgroben Massen geringe Ausdehnungstatt. Dazu kommt, dass das Volumgewicht bei jenen nicht grösserist, als das mittlere des ursprünglichen Cements und des aufgenom-menen Wassers; bei diesen erheblich grösser. Durch Eingiessendes mehlfeinen Cementes in Bäume mit geschlossenen Wänden wirdder Ausdehnung der Masse, oder, was dasselbe besagt, der Aufnahmevon Hydratwasser eine Grenze gesetzt und man erhält Güsse von nor-maler Härte. Bei einer Probe mit solchem mehlfeinen Cement fandman, nachdem sie sechs Wochen in einen Messingring geschlagen, imWasser gelegen 16'6 p. C. gebunden und die Dichte 3116.

Die normale Erhärtung hängt also bei den Gypscementen gleich-zeitig von mehreren Bedingungen ab, nämlich:

1) davon, dass überhaupt Wasser gebunden wird;

2) dass dabei keine merkliche Wärme entwickelt wird, dass" sielangsam vor sich geht;

3) von der Menge des Wassers, welches zu Hydrat gebundenwird;

4) von der Menge des beim Anmachen der gepulverten Masseverwendeten Wassers;

5) von dem Korn der gepulverten Masse ;

6) von der Zeit der Einwirkung des Wassers;

7) von dem mechanischen der Ausdehnung entgegenwirkendenWiderstand;

8) von der Raumerfüllung und dem Volumgewichte.

Zur normalen Erhärtung braucht nicht nur nicht der ganze Be-trag des bindbaren Hydratwassers aufgenommen zu werden, sondernes kommt vielmehr, darauf an, dass gerade die den Umständen ent-sprechende Menge gebunden wird.

Die aufgeführten Bedingungen gelten ohne Zweifel nicht nurfür den Gypscement, sondern für hydraulische Producte überhaupt,namentlich auch für den Portlandcement. Dieser bietet nur die weit-aus günstigsten Verhältnisse. In Folge der Bindung von Hydratwasserwird der Gypscement specifisch leichter (im besten Fall von 33 auf29), nicht minder der Portlandcement (von 32 auf 2'7), aber bei die-sem ist die Bindung von Wasser nicht nur langsamer, sondern auchder Menge nach eingeschränkter und daher sehr wenig Neigung zuWiener Weltausstellung. III. 38