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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

zum Wasser. Die nach dem Brennen gepulverten Massen geben mitWasser angemacht keine fühlbare Wärmeentwickelung; siebinden, undzwar erst nach Verlauf von mehreren Stunden, ab und erlangen nacheiniger Zeit, wenn ^inzwischen feucht gehalten, eine beträchtliche Härteauch ohne Mitwirkung der Kohlensäure. Legt man sie, statt sie feuchtzu erhalten, unter Wasser, so tritt eine secundäre Erscheinung ein, dieLöslichkeit des Gypses und des Kalks macht sich geltend, und die er-härtete Masse zergeht oberflächlich zu Schlamm. Während des Ab-bindens und Erhärtens binden die Glühproducte Wasser. Die Mengedes gebundenen Wassers steigt anfangs mit wachsendem Kalkzusatz,sie erreicht ein Maximum bei der Mischung aus gleichen Moleculen bei-der Bestandtheile, und nimmt bei weiter steigendem Kalkzusatz wiedermerklich, um etwa 8 p. C., ab. Die Menge des von den Mischungenmit gleichen Moleculen und darüber aufgenommenen Wassers ist bedeu-tend höher (32 bis 39 p. C.), als die Summe des dem Gyps und Kalkunter gewöhnlichen Umständen zukommenden Hydratwassers (21, 1 bis22,8 p. C.). Gebrannter Gyps ohne allen Kalkversatz, langsam und guterhärtend, nahm stets weniger (um 1 / 3 . bis 2 / 3 ) Wasser auf, als im ein-fach entwässerten Zustande.

Cement aus mit Kalk geglühtem Gyps verhält sich beim Anmachensehr verschieden, je nach der Menge des verwendeten Wassers; imAllgemeinen fällt die Härte ungleich besser aus bei sparsamem Wasser-zusatz. Den weitaus grössten Einfluss übt der Grad der Zertheilungdes Cements. Proben ein und derselben Masse, nach dem Abbindenin Wasser versenkt, verhielten sich wie folgt: mehlfrei gepulverter er-härtete kaum noch, band 36 p. C. Wasser und nahm eine Dichte an(ohne Poren) von 2'899, mit Poren von 2'089; dabei war die noch zuerzielende Härte ganz von der Menge des Anmachwassers bedingt; zumKorn des mittelfeinen Sandes zerrieben erhärtete der Cement voll-kommen, band 24 p.C. Wasser und nahm eine Dichte ein von 2'899bez. 2'089; die Menge des Anmachwassers machte keinen fühlbarenUnterschied in der Härte.

Auch bei den mehlfeinen Proben, die mit viel (dem O'öfachen Ge-wicht) Wasser angemacht, zuletzt ganz und gar erweichen, tritt anfangsErhärtung ein, die nachher ins Gegentheil umschlägt unter Quellenund Treiben. Nimmt man solche mehlfeinen Proben vor dem Beginndes Treibens aus dem Wasser, so sind sie ebenso fest wie die ausgröberem Korn; das Hydratwasser betrug aber auch in einem solchenFall nur 19-5 p.C.

Es ist demnach klar, je feiner die Masse gepulvert war, um sovollständiger hydratisirt sie sich. Nun bildet aber mehlfeine Masseein lockeres Haufwerk, sie nimmt, bei gleichem Gewicht den doppeltenRaum ein gegen sandgrobe. Das Wasser kann durch die weiten Porenzuletzt bis ins Innere dringen. Die bereits verkittete Masse wird zu-