Mörtel und Cement.
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So wenigstens bei den ans Kieselerde, Thonerde und Kalk beste-henden Cementen. In Ermangelung zuverlässiger Mittel sind wirnicht im Stande, mit Bestimmtheit nachzuweisen, welche Verbindungenbeim Brennen derselben entstehen, ob eine oder mehrere, ob Silicateund Aluminate neben einander, oder ob ein Silicat aus sämmtlichenBasen. Es ist vorerst nicht zu entscheiden, ob die Erhärtung voneiner bestimmten Verbindung ausgeht und von welcher. Das Alles sindnur Annahmen und Hypothesen. Feststehende Thatsachen sind für dieKieselsäurecemente nur die folgenden als Bedingung des steinartigenErhärtens: sie müssen durch Brennen in Säure vollkommen aufschliess-bar geworden sein; sie nehmen Wasser in chemischer Verbindung aufund geben etwas von ihrem Bestand an das Wasser ab, nämlich dieAlkalien, eine unbeträchtliche Menge Kalk und eine noch geringerean Kieselerde. Bei den gypshaltigen Cementen und bei erhärtenderMagnesia ist der Fall so einfach, dass er keine Verschiedenheit derchemischen Deutung zulässt, es liegt ausser der Aufnahme von Hy-dratwasser keine weitere Erscheinung vor.
Die eigentliche Aufgabe kann demnach nicht in der einseitigenErmittelung des bei der Erhärtung der Cemente obwaltenden chemi-schen Processes, sondern in dem Aufsuchen des Verhältnisses der ge-genseitigen Abhängigkeit des chemischen und mechanischen Processesbestehen. Die Anwendung aller Mörtel ohne Ausnahme, nicht blossder hydraulischen, beruht auf der Entstehung eines zusammenhängen-den Ganzen aus feinzertheiltem Material und dieses Zusammenwachsenwiederum auf dem Zusammenwirken eines chemischen und eines mecha-nischen Processes unter bestimmten Bedingungen. Vor der richtiggestellten Aufgabe fällt daher der Unterschied zwischen den verschie-denen Mörteln; sie muss, wenn sie genügend gelöst werden soll, allegemeinschaftlich umfassen. Noch mehr. Sie müsste sogar den Nach-weis liefern, warum in gewissen Fällen ein und derselbe chemischeProcess entgegengesetzte mechanische Wirkung haben kann, warumz. B. bei der Magnesia hydraulische Erhärtung, bei dem gewöhnlichenKalk Zerfallen in äusserster Zertheilung eintritt. Die richtig gestellteAufgabe muss alle einschlagenden Fälle, sie muss die Totalität der zu-sammengehörigen Erscheinungen umfassen.
Seit den letzten Jahren hat in der That eine neue Forschungsweisein obigem Sinne angefangen, sich einigermaassen geltend zu machen.Hierher gehören Studien von F. Schott 1 ) über die verschiedenen Ce-mente. Er weist für den Portlandcement nach, dass bedeutende Ein-griffe in seinen chemischen Bestand möglich sind, ohne der Erhär-tungsfähigkeit zu nahe zu treten. Mit einer Lösung von kohlensaurem
x ) P. Schott, Dingl. pol. J. CCII, 434; Bemerkungen zu dieser und derfolgenden Abhandlung von P. Knapp, Dingl. pol. J. CCII, 513.