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Gruppe' III. Chemische Industrie.
Menge des Wassers und Behandlung beim Anmachen nicht gehörigberücksichtigt sind, können diese Beobachtungen nicht als allgemeingültig angesehen werden.
Versucht man die bis dahin kundgegebenen Untersuchungen überdie Natur der Cemente ihrem endgültigen Wahrheitsinhalte nach zu-sammenzufassen, so fühlt man sich vor einer unlösbaren Aufgabe undmuss sich bekennen, dass eine einheitlich abgeschlossene Erkenntnisskeineswegs erworben ist, dass es nicht viel weniger Theorien als Au-toren giebt. Wie immer in der Wissenschaft, so weisen auch hiersolche verwirrende Meinungsverschiedenheiten und widersprechendeErgebnisse auf einen Mgpgel in der Methode zurück, auf eine Unklar-heit der Fragestellung. In erster Linie gehört hierher der durch dieganze Discussion sich ziehende Mangel an Unterscheidung zwischendem chemischen Process und dem mechanischen. Wenn die Theilcheneines Cementmehls mit Wasser steinartigen Zusammenhang gewinnen,so ist dies zunächst ein rein mechanischer Vorgang. Dieser mecha-nische Vorgang setzt andere Bedingungen voraus, von denen der che-mische Process nur eine, allerdings sehr wesentliche, ist. Umgekehrtist es keineswegs eine logische Nothwendigkeit, dass die Theilcheneines Cements zu Stein zusammen wachsen müssen, wenn in diesemCement ein chemischer Process, eine Bildung von dem oder jenem Sili-cat, oder Aluminat u. s. w., eine Bindung von Hydratwasser vor sichgeht. Unzweifelhaft ist die wesentlichste Bedingung der Versteinerungdes gemeinen Luftmörtels die Bildung von Kalkcarbonat, aber die Um-wandlung des Kalkhydrats in Kalkcarbonat bedingt nicht allemal dieVersteinerung; nicht bloss die Thatsache, dass es zu Stande kommt,sondern auch die Art, wie es zu Stande kommt, entscheiden. Es han-delt sich stets um ein Zusammentreffen von verschiedenartigen Bedin-gungen und die Aufgabe kann nur darin bestehen, diese im Einzelnenzu erkennen und in ihrem Zusammenwirken zu begreifen. Im Gegen-satz dazu hat man bislang die Erscheinung viel zu einseitig als einebloss chemische aufgefasst, und, wo man am weitesten ging, diese ge-radezu mit der mechanischen identificirt; man dachte sich die Erhär-tung der Cemente schlechthin als eine Function dieser oder jener che-mischen Verbindungen, etwa wie das Volumgewicht. Indem mandiese Verbindung zu bestimmen suchte, glaubte man zur Erklärungder Erscheinung zu gelangen. Man kam —• gegen alle Logik — dahin,einen mechanischen Vorgang durch eine chemische Gleichung auszu-drücken. — In zweiter Linie ist die übertriebene Gewöhnung an Hypo-thesen und Annahmen, ihre Aufstellung als wissenschaftliche Glaubens-sätze, gegenüber den objectiv festgestellten Thatsachen — mit einseitigerAuslegung von Beobachtungen, sowie mit unzulässiger Verallgemeine-rung von nur im Besonderen gültigen Wahrnehmungen im Gefolge —weiteres Hinderniss geworden für klarere Erkenntniss.