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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Ammoniak z. B. erhärtet derselbe noch besser als mit Wasser, obwohldas Product 57,6 p.C. kohlensauren Kalk und 2,1 p.C. kohlensaureBittererde, beide vor dem Abbinden fertig gebildet, enthielt. DemPortlandcement sind damit volle s / 4 seines disponiblen Kalks entzogen.Aus dem. mit kohlensaurem Ammoniak erhärteten Product liess sichzehnmal mehr lösliche Kieselerde (9'18 p.C.) ausziehen, als aus demmit blossem Wasser erhärteten (0,883 p. C.).

Aehnlich wirken kohlensaure Alkalien, Chlorammonium und oxal-saures Ammoniak.Auf rein synthetischem Wege kam Schott zu fol-genden nicht minder bedeutsamen Ergebnissen *). Gemenge aus chemischreinen Materialien, nämlich gemahlenem Quarz, Thonerde und Eisenoxyd(erstere aus schwefelsaurer Thonerde, letzteres aus Chlorid mit Am-moniak gefällt) und kohlensaurer Kalk (aus Chlorcalcium mit kohlen-saurem Ammoniak gefällt) in folgenden Verhältnissen:

1 .

2.

3.

4.

Kieselerde

. . 23-8

23-8

23-3

24-3

Thonerde . .

. . 1P4

6-5

6-9

Eisenoxyd

. .

11-4

4-7

4-8

Kalk . . . .

. -. 64-8

64-8

65-4

64-1

100-0

100-0

99-9

100-1

bei beginnender Weissgluth gebrannt, fein zerrieben und mit Wasserangemacht, gaben sämmtlich trefflich erhärtende Producte, auch der CementNr. 2, gänzlich frei von Thonerde, aus blossem Eisenoxyd mit Kalk.Eine andere Probe von letzterem, der man 1,2 p. C. Aetznatron zuge-fügt hatte, lieferte eine schwarzbraune und zwar die härteste bisdahin beobachtete Cementmasse. Die Proben Nr. 3 und 4, lediglichim Kalkgehalt verschieden, mit noch mehr Kalk versetzt (7'7 und8"0 p. C.), zerfielen zu Pulver, welches jedoch mit Wasser an-gemacht an der Luft wieder bedeutend nacherhärtete. Es folgtdaraus, dass die Eigenschaft der Cemente, worauf ihre Anwen-dung beruht, keiner bestimmten chemischen Zusammensetzung an-gehört, dass eine die hydraulischen Eigenschaften repräsentirendechemische Formel nicht existirt. Alle Gemenge aus obigen Stof-fen, die bei den praktisch möglichen Feuersgraden hinreichend sin-tern und dicht werden und nach dem Glühen nicht- zerfallen, eignensich zu Cementen. Alle kommen in der Eigenschaft überein, Wasserchemisch zu binden und zwar langsam ohne merkliche Entwickelungvon Wärme, wie die fabrikmässig erzeugten Portlandcemente. Abernicht dass sie Wasser binden, sondern die Art wie sie es binden, istdas Charakteristische und Entscheidende. Darüber ist folgende Beob-achtung sehr belehrend. Englischer Portlandcement wurde von den

*) Unveröffentlichte Untersuchung.