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Gruppe III. Chemische Industrie.
auf feurigem Wege. Bei dieser Gelegenheit hat Pettenkofer zuerstden grossen Einfluss der Dichte, d. h. der Raumerfüllung im Zustandvon Pulver bei den Cementen klargelegt und die grosse Ueberlegen-heit des Portlandcements in diesem Sinne nachgewiesen. Er fand dieseEigenschaft, bei dem von ihm untersuchten Material, durch eine schup-pig blättrige Beschaffenheit der darum sich dicht fügenden Theilchenwesentlich gefördert. Dieser letztere Theil seiner Beobachtung istnachher vielfach von Anderen in einer Weise verallgemeinert worden,die das Mikroskop in keiner Weise bestätigt.
Gleich im Beginn dieses Zeitabschnitts finden die Aufstellungenvon Fuchs und Pettenkofer einen eifrigen, wenn auch in der Argu-mentation nicht immer glücklichen Vertheidiger in Feichtinger J ).Er gelangt mit einigen Concessionen zu folgender Formulirung fürden Portlandcement: Nach dem Brennen ist amorphe Kieselerde nebenSilicaten und viel freiem Kalk vorhanden, bei der Erhärtung mit Wassermacht sich eine dreifache chemische Thätigkeit geltend. ZunächstBindung von Wasser durch sämmtliche Bestandtheile und zwar alseinleitender Process (nicht gleichzeitig mit dem folgenden, wie Fuchswollte); dann Bindung von freiem Kalk durch die Kieselerde als eigent-liche Erhärtung; schliesslich Umwandlung des noch freien Kalkhydratsin Carbonat durch die Kohlensäure der Luft. Diese mehr auf die Ober-fläche beschränkte Bildung von Kalkcarbonat bildet den Schutz gegendas Wasser, worin der Portlandcement merklich löslich. — A. Wink-ler 2 ) bekennt sich zu den Ansichten von Fuchs und seiner Nach-folger, soweit sie den Romancement und die hydraulischen Kalke, nichtaber den Portlandcement betreffen. Auf Grund der Löslichkeit desletzteren in mit Chlorwasserstoff geschwängertem absolutem Alkohol' nimmt er «an, dass schon beim Brennen Verbindungen des Kalks mitKieselerde, Thonerde und Eisenoxyd entstehen. Bei der Behandlungmit Wasser zerfallen diese wieder in einfachere Silicate, welche Wasseraufnehmen, und in Kalkhydrat, welches später in Carbonat übergeht.Das eigentliche Wesen der Erhärtung bleibe noch offene Frage. —Aus dem Gegensatz der Meinungen entspinnt sich zwischen Feich-tinger 3 ) und Winkler 4 ) ein Kampf der Ansichten, der damit schliesst,dass jeder bei seiner Meinung beharrt.
Schon Winkler wandte sich in seiner Untersuchung der Rollezu, welche die Thonerde in den Cementen spielt, indem er constatirt,dass dieselbe für sich mit Kalk geglüht, in Wasser stark und dauernderhärtende Cemente liefert. Aus gleichem Grund kommt ITeldt 6 ) zufolgender Ansicht über den Portlandcement: Beim Brennen von Thon
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*) Feichtinger, Bayer. Kunst- u. Gewerbebl. 1858, 69. 2 ) A. "Wink-ler, Dingl. pol. J. CLII, 109 u. OLIV, 57. 3 ) Feichtinger, Dingl. pol.
J. OLXXIV, 437. 4 ) Winkler, Dingl. pol. J. CLXXV, 208, Feichtinger,
Dingl. pol. J. CDXXVI, 378. 6 ) Helilt, Journ. pr. Chem. XCIV, 129 u. 202.