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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mörtel und Cement.

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und Kalk überwiegt, wegen der hohen Temperatur, die Affinität desKalks zur Thonerde; es entsteht zunächst als Hauptmoment der Auf-schliessung Kalkaluminat. Die aus dem Thon dabei abgeschiedeneKieselerde tritt mit dem überschüssigen Kalk zu einer basischen Ver-bindung zusammen. Unter der Einwirkung des Wassers zerfällt dieVerbindung des Kalks mit Thonerde und Eisenoxyd in Thonerde- undEisenoxydhydrät die als solche wirkungslos im Cement verbleibenund in Kalk. Dieser letztere wird theils Carbonat, theils giebt er, alsHydrat gelöst, das Mittel zur Bildung eines basischen Kalksilicats, dieunter Erhärtung vor sich geht. Diesem Silicate, als dem eigentlichenSchwerpunkt der Erscheinung, weist er die Formel 3 Si O 2 , 5 -Ca 0 -(- 5 II. 2 0oder 3(Si0 2 ,2Ca0) -(- 3Si0 2 ,5Ca0 -(- 10H 2 0 zu. Bei fortdauernderEinwirkung der Kohlensäure, wie bei altem erhärteten Cement, setze sichdas basische Silicat nach und nach in freie Kieselerde, in neutrales Silicatund Kalkcarbonat um. Die freie Kieselerde verkitte (wie bei Gemengenvon Kreide und Wasserglas) die Theilchen des Carbonats zu steinharterMasse. Die Bildung jenes basischen Kalksilieates könne nur in einemalkalischenMedium Platz greifen; daher der fördernde und beschleu-nigende Einfluss der Alkalien im Cemente.

In Frankreich hatten schon Rivot und Chatenay 1 ) ihrer Zeitdie Bildung von Kalkaluminat, neben Kalksilicat, beide als Hydrate, imerhärteten Cement angenommen. Diesen beiden Vorgängern die übri-gen scheinen ihm nicht bekannt schliesst sich Fremy 2 ) mit einigenAbweichungen an. Seiner Annahme nach ist das Kalkaluminat daswesentlichste Agens der Erhärtung, aber nicht das einzige. BeimBrennen entstehen nämlich zugleich mit Säure aufschliessbare Silicate,unfähig Wasser zu binden und für sich zu erhärten, wohl aber fähig,nach Art der Puzzolane mit Kalk zu erhärten. Diesen Kalk liefert dasAluminat, welches sich mit Wasser unter Abgabe eines Theils dieserBase zersetzt. In einer drei Jahrö später erschienenen Abhandlungtreten die Aluminate gänzlich in den Hintergrund gegen die Wirkungder Silicate als Puzzolane, indem. Fremy ausdrücklicher betont, dassbeim Brennen Silicate verschiedener Zusammensetzung entständen, ausKieselerde und Thonerde einfache und doppelte, die sämmtlich in derEigenschaft übereinkämen, freien Kalk aufzunehmen. Hierauf, keines-wegs aber auf der Hydratisirung der Silicate, beruhe die Erhärtungder Cemente.

Michaelis erkennt (in seinem oben erwähnten Werke) den vonA. Winkler gezogenen Unterschied zwischen den Portlandcementenund den hydraulischen Kalken an. In jenen sei der Kalk bei der

B Rivot u. Chatenay, Compt. rentl. LX, 993. 2 ) Fremy, Compt.

rernl. LXVII, 1205.