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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mörtel und Cement.

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Dagegen fand Spiller 1 ) in einem 1500 Jahre alten römischen Mörtelvon Burgh in England bei 25'7p. 0. kohlensauren Kalk 545 p. C. Sand.

Zum Schluss mag noch hervorgehoben werden, dass zugleich mitder Entwickelung der Mörtelindustrie ein anderer nahverwandterIndustriezweig zu erheblichem Aufschwung gekommen ist, nämlich dieFabrikation von künstlichen Steinen. Cemente, Kalk, Schlacken, Wasser-glas, Steinkohlenasche, Kreide, Kieselguhr mit natürlichem Gestein sinddie gewöhnlich gebrauchten Materialien.

Theoretische Anschauungen.

Der Feststellung der wissenschaftlichen Principien, welche denEigenschaften und der Anwendung der Cemente zu Grunde liegen,widmet die Periode dieses Berichts eine lebhafte und fortgesetzte Dis-cussion. Sie bewegt sich zunächst um die von den früheren Autoritäten,namentlich J. N. v. Fuchs im Jahre 1833, aufgestellten Sätze und ge-winnt indem sie diese einerseits mit inzwischen erworbenen Erfah-rungen in Einklang zu bringen, andererseits zu widerlegen, oder zuerweitern strebt eine nicht immer fruchtbare, jiolemische Form.

Die Ansicht von Fuchs: aus der Untersuchung der damals alleinbekannten natürlichen hydraulischen Kalke geschöpft, schliesst sichbekanntlich in dem Satze zusammen : beim Brennen wird die Kieselerdein den löslichen Zustand übergeführt; beim Anmachen mit Wasser gehtdiese Kieselerde gleichzeitig mit dem bis dahin freien Kalke und Wassereine chemische Verbindung ein, es entsteht als Hauptbestandtheil deserhärteten Cementes ein zeolithartiges Mineral. Im Gegensätze dazunahm Vicat in Frankreich als Ursache der Erhärtung, ähnlich wie beidem gebrannten Gyps, eine blosse Aufnahme von Wasser seitens derim Feuer gebildeten Verbindungen an. Im Jahre 1849 dehntev. Pettenkofer die Theorie von v. Fuchs auf den inzwischenbekannt gewordenen Portlandcement aus, und betrachtete den Kalk,trotz der bis zum Sintern getriebenen Hitzegrade, nach dem Brennenals im freien Zustande vorhanden. Um diese mit der Erfahrung, mitder Natur und dem Verhalten der betreffenden Körper im Widerspruchstehende Annahme zu stützen, nimmt er seine Zuflucht zu der Erklä-rung, der Kalk werde von dem im Feuer sinternden Silicate der Thon-erde eingehüllt und beim Pulvern des Portlandcements wieder bloss-gelegt. Das Todtbrennen des Portlandcementes definirt er folge-richtig als die wider die Regel stattfindende Bildung eines Kalksilicats

1 ) Spiller, Cliem. News 1868, Nro. 457.