Mörtel und Cement.
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F. Schott 1 ), der diesen Selenitmörtel und sein Verhalten einerUntersuchung unterwarf, zeigte, dass der schwefelsaure Kalk jedenUrsprungs, gebrannt oder ungebrannt, gleich wirksam ist; ferner, dassGemenge von Kalk mit zerriebenem Marienglas von 1'5 bis 75 p. C. desletzteren noch erhärten, also die Erscheinung nicht von bestimmtenGewichtsverhältnissen abhängt; endlich, dass die Erhärtung zunächsteine hydraulische ist, also ungleich dem gewöhnlichen Luftmörtel, beiAbschluss von Luft und Kohlensäure statt hat. Die hydraulisch er-härtete Masse nimmt natürlich an der Luft erst die volle Festigkeitund bindende Kraft durch Absorption von Kohlensäure an. Die Ein-wirkung des Gypses, auf der die ganze Erscheinung beruht, ist keinechemische, sondern rein physikalischer Natur. Der Kalk absorbirt einegewisse Menge Gyps aus den Lösungen desselben.
Luftmörtel.
i
Mörtel aus basisch kohlensaurem Kalk.
Antike Mörtel.
Wie bekannt beruht die Erhärtung des Luftmörtels auf der Um-wandlung des Kalkhydrats in Carbonat, wozu die Vermittelung vonWasser erforderlich. Wie W. Wolters 2 ) zeigte, muss das Wassertropfbar flüssig sein und ist dampfförmiges Wasser ganz wirkungslos.Er wies ferner nach, dass die Kohlensäure von Kalkbrei oder Mörtelim nassen frischen Zustand so gut wie nicht, dagegen sehr energischaufgenommen wird während des letzten Stadiums des Trocknens, wennder Wassergehalt noch etwa 1 p. C. und darunter beträgt. Ebenso er-härtet frischer Mörtelbrei in einer Lösung von kohlensaurem Ammoniaknicht, aber vorher getrockneter Mörtel sehr gut.
Zwischen den Jahren 1818 und 1820 ist die Ansicht von demBestehen eines basisch kohlensauren Kalkes, CaC0 3 -f- CaO, H 2 0, auf-getaucht, die in Frankreich durch Minard, in Deutschland durchJ. N. v. Fuchs eine Stütze fand. Der letztere hatte beobachtet, dassder Kalk beim unvollständigen Brennen und der gebrannte Kalk beider Aufnahme von Kohlensäure, eine gewisse Neigung zeigt, basischeVerbindungen zu bilden. Diese unvollkommen gesättigte, oder unvoll-kommen entkohlensäuerte Verbindung löscht sich nach v.Fuchs nicht,hat aber nach ihm mehr oder weniger hydraulische Eigenschaften. —Seitdem hat man öfters unternommen, den angeblich basisch kohlen-sauren Kalk auf Grund seiner Hydraulicität technisch ausznbeuten, so
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B F. Schott, Dingl. pol. J. CCIX, 30. 2 ) W. Wolters, Dingl. pol.
J. CXCVI, 343.