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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mörtel und Cement.

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Brennt man dieses Material bei einer Temperatur von über 400°,wo nur die Magnesia Kohlensäure verliert, so geben sie einen, obwohlweder rasch noch sehr stark eihärtenden Magnesiacement; brennt mansie bis der Kalk kaustisch geworden, so treibt der Cement und verliertdurch Löschen des Kalks; brennt man die Mergel endlich bis zurstarken Sinterung, so geben sie den besten, aber nur aus Silicaten be-stehenden Cement.

Eine interessante Entdeckung machte 1867 Sorel 1 ) in der That-sache, dass gebrannte Magnesia mit Lösungen Von Chlormagnesium (inder Stärke von 20 bis 30°B.) eine ausgezeichnet erhärtende, weisseMasse liefert, die über 20 Gewthle. Sandbindet, auch in flüssigem Zustandemit dem Pinsel aufgetragen zur Härtung von Mauern gebraucht werdenkann,. Die erhärtete Masse (die nach Sorels Ansicht Magnesiumoxychlo-rid ist) enthält chemisch gebundenes Wasser. Die Magnesia ist in derdichten Form anzuwenden, wie man sie durch Glühen bei hohen Ilitz-graden gewinnt. Ein daraus nach Sorels Vorschrift bereitetersechs Monate an der Luft erhärteter Cement enthält nach C.Bender 2 )Kohlensäure und gab, über Schwefelsäure getrocknet, einen AntheilWasser bei 100°, einen anderen grösseren Anthejl noch zwischen 150°bis 180° ab. Kaltes Wasser entzieht der erhärteten Masse einen Theil,kochendes Wasser alles Chlormagnesium, so -dass nur Magnesiahydratbleibt. Sämmtliche Producte, das ursprüngliche wie die mit Wasserbehandelten, besitzen die Festigkeit des guten Sandsteins, sind schönweiss und politurfähig. Die von Ben der für das ursprüngliche Productaufgestellte Formel kann nur der Ausdruck eines zufälligen Gemischessein. Nach der Behandlung mit kochendem Wasser soll ein vonKohlensäure schwer zersetzbares Hydrat, 2 MgO, 3 H 3 0, bleiben.Unter dem Namen Albolith fabricirt, W. Riemann 3 ) in Breslau einhierhergehöriges Product aus in Retortenöfen gebranntem Magnesitvon Frankenstein in Schlesien und Chlormagnesium. Der weitere Zusatzvonamorpher Kieselerde etc. scheint lediglich die Rolle des Sandesim Mörtel zu spielen. Die Masse soll nach dem Anrühren die Consistenzeines Mehlbreies haben; dieser gewinnt, je nach der Temperatur, beider man arbeitet, schneller oder langsamer an Consistenz und erhärtetnach sechs Stunden völlig. In dem Zustande, in welchem sie nochEindrücke mit dem Nagel annimmt, erfolgt eine (namentlich für dieAnwendung von Leimformen zu Ornamenten) sehr unbequeme Ent-wickelung von Wärme, die bis 100° gehen kann. Die erhärtete Masseverliert unter Wasser an Zusammenhang, zeichnet sich aber durchgrosse Elasticität aus, sowie durch ihre Brauchbarkeit zu Anstrichenauf Gyps, Mauern, Holz n. s. w.

i) Sorel, Compt. rencl. LXV, 102. 2 ) C. Bender, Ber. d. deutsch,

cliem. Ges. 1870, 932. s ) W. Biemann, Dingl. pol. J. CXCV, 92.

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