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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

diese Erscheinung zu constatiren, wandte sich ihr die allgemeine Axrf-merksamkeit zu. Er fand nämlich, dass gebrannte Magnesia in Stücken,lange Zeit einem Wasserstrahl ausgesetzt, in ein alabasterartiges, durch-scheinendes , den Marmor ritzendes, dem Brucit entsprechendes Mine-ral aus Magnesiahydrat und Magnesiacarbonat überging. Versuchein verschiedenen Richtungen angestellt, ergaben, dass die Magnesia ambesten äus Chlormagnesium, aber höchstens hei der Rothgluth darge-stellt werde; bei höherer Temperatur geglüht, verringert sich die Hydrau-licität. Eine Art künstlichen Marmor erhielt Deville aus einemGemenge von Magnesia mit Kalkcarbonat. In Uebereinstimmung da-mit steht das Verhalten der Dolomite. Sie erhärten, bei dem richtigenHitzgrad gebrannt, sehr gut; dieser muss zur Austreibung der Kohlen-säure aus dem Magnesiacarbonat hinreichen, während das Kalkcarbonatunzersetzt bleibt. Sobald sich auch d&r Kalk brennt, findet keine Er-härtung statt. Seit Devilles Veröffentlichung 1 ) sind die Magnesia-cemente, obwohl sie mager sind und keinen Sand binden, an verschie-denen Orten in die Praxis eingegangen, so z. B. die auf Anglesea ausdem dortigen Magnesiakalkstein fabricirten.

In verschiedenen Proben davon fand Grace-Calvert:

& ' b c

t Kohlensäure Magnesia . . 61-15 55'23 15 - 86

Kohlensäuren Kalk . . . 2141 33"99 72"23

neben erheblichen Mengen von Silicaten. Sie müssen sehr sorgfältigbei nur bis zur Rothgluth gesteigerter Hitze gebrannt werden. Ebensoführte die auf Grund von Analysen constatirte Aehnlichkeit der ameri-kanischen zu Cement dienenden Magnesiakalke mit denen des Todten-gebirgs in Oesterreich, durch Hauen Schild, zu sehr befriedigendenVersuchen mit den letzteren 2 ).

Ein bei Jena verarbeiteter Magnesiakalkstein besteht nach Rei-ch ar dt 3 ) aus 50 p. C. kohlensaurem Kalk, 27 p. C. kohlensaurer Bitter-erde nebst sonstigen in verdünntem Chlorwasserstoff löslichen Theilenund 11 p. C. Silicaten ' und Sand. Ein solcher bei Heidelberg vor-kommender dolomitischer Mergel enthält nach Gätschen ber ger *):Kalk ...... 44-22 Thle.

Magnesia .... 1777

Eisenoxyd . ... .3'07

Thonerde .... 575

Mangan oxydul . . 2 - 33

Alkalien .... 4'72 ^

Kieselerde .... 22-14 " ,

_ 100-00 Thle.

*) Deville, Oompt. rend. LXI, 1168. 2 ) Hau enscliild, Wien. Akad.

Ber. 1871, LXI, 201. 3 ) Reichardt, Dingl. pol- J. CC, 219. 4 ) Gät-

schenberger, Dingl. pol. J. CXCII, 191.