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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Mörtel und Cement.

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H.Frühling 1 ) sind nun die nach gelindem Brennen leicht zerreiblichenFeuersteine gerade diejenigen, die dann noch eine gute Puzzolaneabgeben. Er empfiehlt Mörtel daraus zu glänzend weissem Bewurf fürWände und Gesimse.

Die Erfahrung, dass viele Eisenhohofenschlacken ohne Weiteresdurch Chlorwasserstoffsäure aufschliessbar sind und die Wirkung vonPuzzolanen besitzen, ist alt. Indessen hat auch dieses Material trotzseiner Ueberschwenglichkeit und Billigkeit für die Praxis niemals beson-dere Bdeutung erworben. Der Grund ist die immerhin matte Wirkungder Schlacke. Nach J. Huck 2 ) soll diese sich bedeutend erhöhen lassen,wenn man die Schlacke zuvor mit 2 Thln. (mit der Hälfte Wasser) verdünn-ter Salzsäure aüfschliesst, die Gallerte auswäscht bis zur Entfernung derChlormetalle, trocknet und pulvert. Er verwandelt also die Schlackein lösliche Kieselerde auf einem weder bequemen noch billigen Wege.Noch kostspieliger und darum ganz unpraktisch ist der Vorschlag vonA. Warner 3 ), die gepulverte Schlacke mit Phosphorsäure, Phosphatendes Kalkes oäer Borsäure zu versetzen.

Zum Schluss dieser Anführungen über die Kieselerde haltendenCemente gereicht -es zur angenehmen Pflicht, einer in hohem Gradedankenswerthen Erscheinung der- deutschen Literatur zu gedenken,nämlich des Werkes von Dr. W. Michaelis:Die hydraulischen Mörtel,insbesondere der Portlandcement in chemisch-technischer Beziehung;Leipzig, bei Quandt und Händel 1869. Dieses vortreffliche Werk giebtnach einer umfassenden Darlegung der geschichtlichen Momente undder bis dahin entwickelten wissenschaftlichen Grundsätze mit ein-gehender Behandlung der Theorie eine vollständige Anweisung zurFabrikation und Darlegung ihrer Bedingungen und Methoden. Beider gründlichen Kenntniss und Erfahrung des Verfassers in Theorieund Praxis giebt die kritische Behandlung des Stoffs dem Buche einendoppelten Werth, wie es denn auch einen grossen Einfluss auf dieFabrikation bereits ausgeübt hat. Den Schluss bilden die Abschnitteüber die Fehler, die Proben der Cemente und ihre Anwendung.

Magnesiacemente.

Die schon im Jahr 1826 von Macleöd, auch später von Vicatgemachte Beobachtung der Hydraulicität der Magnesia hatte keineBeachtung gefunden. Erst als 1866 Deville 4 ) Gelegenheit gefunden,

1 ) H. Frühling, Notizhl. d. deutsch. Ver. f. Ziegelfabrik. etc. 1870, 116.

2 ) J. Huck, Vierteljahrsso.hr. für techn. Chem. 1869, 302. 3 ) A. Warner',

Genie indust. 1870, XXXIX, 272. 4 ) Deville, Compt. rend. LXI, 975.

Wiener Weltausstellung. III. 67