Mörtel und Cement.
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trocknem Wege, ohne dass Kalkkörner in der Masse bleiben, aufsInnigste mischen lassen und einen guten Portlandcement geben. —Derselbe lenkt die Aufmerksamkeit der Praktiker auf die schieferigenPlattenkalke, wie sie sich nördlich von den Vogesen, im BerglandeHessens, in der hannoverschen Ebene nördlich vom Harz, zwischen demGöttinger Walde und dem Harze und vielen anderen Orten vorfinden.Jene Plattenkalke kommen den jungen Kalkmergeln, Von denen siein physikalischen Eigenschaften sehr abweichen, in chemischer Beziehungsehr nahe. Sie geben ohne weiteren Zusatz, bis zum Sintern gebrannt,ein schweres scharfkantiges, nicht leicht zu mahlendes Product vonangenehm grauer Farbe, welches sich als guter Portlandcement ver-hält. — In derselben zuletzt genannten Gegend, nämlich am sogenannten„Ililsse“ zu Vorwohle, in der Nähe von Holzminden, sind neuerdingstreffliche Materialien zu Portlandcement durch Ingenieur P r ü s s i n gaufgefunden worden: Kalk und Thon. Der Kalk enthält 8 p. C. un-lösliche Theile (Kieselsäure und Thonerde). Die Thoue, zwei Sorten,ergaben in der Analyse:
•
I.
II.
Kieselerde . . .
. . 52-60
. . . 51-37
Thonerde . . .
. . 22-64
. . . 19-82
Eisenoxyd . . .
. . 8-38
. . . 12-36
Kalk.
. . 0-49
. . . 0-50
Magnesia . . .
. . 0-12
. . . o-ii
Kali .
Natron . . . .
| 1-95
. . . 2-61
Wasser . . . .
. . 12-60
. . . 11-79
Kohlensäure . .
. . -
. . . 0-52
Eine dritte Sorte dort vorkommenden Thons enthält 3'5 p. C.Alkalien. Die Qualität beider Materialien an demselben Fundort,dicht bei der Eisenbahn, und der unerschöpfliche Keichthum desVorkommens hat Anlass zur Ausbeutung in einer mit dem Jahres-wechsel 1873/74 eröffneten Fabrik mit 300 000 Thlrn. Capital ge-geben. — Dass zu Cement, auch zu Portlandcement, brauchbare Ma-terialien viel verbreiteter sind als man früher annahm, beweisen zahl-reiche andere Unternehmungen und Beobachtungen. Hierher gehörtauch die von C. A. M. Balling 2 ) gemachte, dass manche Grünsteinedazu tauglich sind. Ein solcher, und zwar ein Diabas vom Augusti-schacht in Drkolnov (Oesterreich), mit dem 1'5 fachen Gewicht gebranntenKalk gemischt, gab nach dem Brennen einen durch den hohen Eisen-gehalt (über 16 p. C. des Diabas) ziemlich dunkel gefärbten, langsam
D H. Frühling, Notizbl. des deutsch. Vereins für Fabrikation vonZiegeln etc. 1870, 107. 2 ) O. A. M. Balling-, Oesterr. Zeitschr. 1871,
XIX, 274.