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Gruppe III. Chemische Industrie.
und ohne Wärmeentwickelung stark erhärtenden Cement. Er glaubt,dass ebenso Trachyte und Phonolite verwendbar seien.
Bei der Analyse eines Portlandcements des Bonner Bergwerks-und Hüttenvereins fand G. Feichtinger *) in 100 Thln.:
Kalk .....
57-18
Magnesia . v .
1-32
Thonerde . . .
9-20
Eisenoxyd . . .
5-12
Kali.
0-58
Natron ....
0-70
Kieselsäure . . .
23-36
Kohlensäure . .
1-90
Schwefelsäure . .
0-64
100-00
also nur unbedeutende Verschiedenheiten gegen den englischen Port-landcement.
Die nach Bleibtreu’s Methode arbeitende Fabrik auf der InselWollin bei Misdroy verwendet bekanntlich unmittelbar bei der Anstaltgewonnene Kreide und einen aus der Umgegend von Stettin bezogenenThon. Wie Grüneberg 3 ) mittheilt, wird die Kreide auf Rundherdenunter Wasserzufluss unter umlaufenden Rührwerken in Schlempe ver-wandelt, die durch ein Sieb zuerst in 30 m lange Schlämmcanäle rinntund nach Abscheidung der sandigen Theile sich in einem Klärbehälterzum Absetzen sammelt, was nach Umständen zehn Tage bis vier Wochendauert. Der Thon wird in Trockenhäusern getrocknet und fein ge-mahlen. Kreidebrei und Thonmehl, im Verhältniss voji ungefähr 2Vol.zu 1 Vol. gemischt, durch einen Thonschneider passirend und in Ziegelgeformt, werden getrocknet, wozu drei bis vier Wochen erforderlich,und nach dem Trocknen gebrannt. Zu dem Ende schichtet man dieZiegel in cylinderförmigen Oefen (50 Fuss hoch bei 10 Fuss Weite) mitdem Brennstoff (Coke mit etwas Holz zum Anzünden) und regulirt denBrand durch Züge über der Sohle zum Eintritt der Luft und einenSchieber an der kaminartig zulaufenden Gicht des Ofens. Der Branddauert drei Tage, die Abkühlung acht Tage. Den Schluss bildet dieZerkleinerung des gebrannten Cements, zuerst zwischen cannelirtenWalzen oder Brechkasten, dann auf Mahlgängen mit französischenMühlsteinen, von wo der Cement direct in Versandtfässer fällt. Eingeringer Zusatz von Soda vor dem Brennen beschleunigt die Erhärtungwesentlich. — Die Anstalt hat sich rasch von einer Production von40 Tonnen täglich auf 80 Tonnen (zu 4 Ctr.) mit 200 Arbeitern ge-hoben.
J ) G. Feiclitin ge r, Dingl. pol. J. CLXXIY, 434. 2 ) Grüneberg, Dingl.pol. J. CLXXVI, 405 u. CLXXYII, 78.