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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Magnesium. 559

darin. Das Salz ist amorph, weisslich grau, durchscheinend, wird ander Luft durch Wasseraufnahme trübe. Seiner chemischen Beschaffen-heit nach, entspricht es ungefähr einem hei 100° anhaltend getrok-neten Bittersalz. Es tritt in der etwa 180 Fuss mächtigenKieserit-region des Salzlagers in Zoll bis Fuss starken Bänken auf undwechsellagert mit Steinsalz, oder ist mit demselben fest verwachsen 4 ).Obgleich nicht vorherrschender Bestandtheil dieser Kegion, charakteri-sirt es dieselbe als eine an schwefelsauren Verbindungen vorzugsweisereiche Salzablagerung. Im grossen Durchschnitt ist diese Abtheilungzusammengesetzt aus:

65 Thln. Kochsalz,

17 Kieserit,

13 Carnallit,

3 Chlormagnesium,

2 Anhydrid.

Leitet man, wie Hr. Clemm 2 ), der ein Patent auf dies Ver-fahren hat 3 ), angieht, bei Glühhitze "Wasserdampf über Kieserit, so ver-liert dieser alle Schwefelsäure, welche fast ganz unzersetzt fortgeht;sie kann in gekühlten Bleikammern verdichtet werden. GewöhnlichesBittersalz verliert unter gleichen Umständen nur einen Theil seinerSäure.

Herr Clemm benutzt den Kieserit auch zur Darstellung vonGlaubersalz. Diese Verwendung des natürlich vorkommenden Magne-siumsulfats ist schon früher durch Ilrn. Ramon de Luna 4 ) eingeführtworden. Derselbe verarbeitet das natürliche spanische Bittersalz inder Weise, dass er ein Gemenge von l 3 / 4 Thln. des leicht getrocknetenSalzes und 1 Thl. Kochsalz zum dunkeln Rothglühen erhitzt; es gehtSalzsäure fort, und es bleiben Natriumsulfat und Magnesia zurück.Diese Körper werden durch Auslaugen mit Wasser getrennt. Hr. Clemmzeigte, dass nicht nur durch Calcination, sondern auch auf nassemWege die Zersetzung des Kochsalzes durch Kieserit vor sich geht,Werden beide Substanzen im Verhältnisse gleicher Molecule anhal-tend mit Wasser gekocht, so zersetzt sich die ganze Menge des Koch-salzes, und es bildet sich das Doppelsalz Na 2 S0 4 , MgS0 4 . Wird dieSalzlösung, welche ausser diesem noch Chlormagnesium enthält, zurTrockne verdampft und der Rückstand in glühendem Zustande mitWasserdämpfen behandelt, so entweicht Salzsäure, und das Doppelsalzbleibt mit Magnesia gemengt zurück. Durch Auslaugen trennt manersteres von letzterer. Beim Abdampfen der Lauge fällt wasserfreies

!) Vergl.: Die Steinsalzwerke bei Stassfurt, von J. Bischof, BergrathundDirector der Steinsalzwerke. Halle 1864. 2 ) Clemm, AVagn. Jaliresber.

1864, 256. 3 ) Brevet dinvention du 6. Oct. 1863. 4 ) de Luna, Ann.

Chem. Pharm. XCVI, 104.