558 Gruppe III. Chemische Industrie.
parallelepipedisclie Stücke schneidet, die in den Handel gebrachtwerden.
Die Hrn. Freydier und I) uh re ul ') schlagen nach einem fran-zösischen Patent zur Darstellung von Magnesiumsalzen folgenden Wegzur Zersetzung des Dolomite ein. Derselbe wird calcinirt und inWasser aufgeschwemmt. Alsdann wird schweflige Säure hineingeleitet,wodurch er sich in Bisulfut verwandelt. Mit einer zweiten PortionDolomit wird gefällt und der aus neutralen Sulfiten bestehende Nieder-schlag abfiltrirt und geröstet. Die Sulfite verwandeln sich in Sulfate,aus denen man das Magnesiumsulfat durch Wasser auszieht. Mankann die Sulfite auch durch Erhitzen mit Kohle zu Schwefelmetallenreduciren. Ersetzt man in obiger Reaction die schweflige Säure durchSchwefelwasserstoff, so erhält man direct Schwefelmetalle, und wennman Dolomit anwendet, den man nur mässig in geschlossenem Raumegeglüht hat, der also den grössten Theil des Calciums noch als Car-bonat enthält, während das Magnesium zum grössten Theil als Oxydvorhanden ist, so löst sich das letztere allein auf. Die Lösung desSulfhydrats scheidet bekanntlich beim Erhitzen unter Entweichen vonSchwefelwasserstoff Magnesia ab. Endlich kann man die Trennungvon Magnesia und Kalk mittelst Zucker bewerkstelligen, indem manzum Klären der Zuckersäfte Dolomit anstatt Kalk benutzt. Der Kalklöst sich als Zuckerkalk auf, die Magnesia bleibt unlöslich zurück undkann zu den verschiedenen Salzen verarbeitet werden.
Die technische Yerwerthung einiger anderer MagnesiumVerbin-dungen hat besonders durch die Aufschliessung des Stassfurter Stein-salzlagers einen hohen Aufschwung genommen. Die in dem dortigensogenannten Abraumsalze, das in einer Dicke von 65 Meter das Stein-salzlager bedeckt, vorkommenden Magnesium haltigen Mineralien sind:
1) Kieserit, Mg S 0 4 + aq. 2 );
2) Carnallit, KMgCl 3 -f 6H 2 0;
3) Polyhalit, 2 Ca S 0 4 , Mg S 0 4 , K 2 S 0 4 , 2 H 2 0;
4) Tachhydrit, Ca Cl 2 , 2 Mg Cl 2 , 12 II 2 0;
5) Kainit, K 2 S0 4 , Mg S0 4 , Mg Cl 2 , 6 H 2 0;
6) Schoenit oder Pikromerit, K 2 S 0 4 , Mg S 0 4 , 6 H ä 0;
7) Astrakanit, Na 2 S0 4 , Mg S0 4 , 4H 2 0;
8) Boracit, 2Mg3B 8 0 15 , MgCl 2 +- 6PI 2 0.
Es ist besonders der Kieserit, welcher wichtige Verwendungfindet. Dies Mineral ist in Wasser so unlöslich wie Gfyps und wirddurch Aufnahme von Wasser zu einer festen cementartigen Masse.Erst durch lang andauernde Einwirkung des Wassers löst es sich
*) Freydier und Dubreul, Bei-, chem. G-es. 1873, 1270. 2 ) Der
Wassergehalt ist wechselnd.