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Gruppe III. Chemische Industrie.
Natriumsulfat aus der Lösung. Das entsprechende Kaliumdoppelsalzzersetzt sich beim Abdampfen nicht in gleicher Weise. Setzt manaber eine Lösung yon Kieserit und Chlorkalium einem Druck von zehnAtmosphären aus, so fällt alles Kali als Kaliumsulfat nieder. Es istbekannt, dass aus einer Lösung, welche Magnesiumsulfat und Chlor-natrium enthält, bei Winterkälte Natriumsulfat krystallisirt und Chlor-magnesium in Lösung bleibt. Nach dieser Methode, die offenbar ein-facher als die C1 e m m ’ sehe ist, werden in Stassfurt durch Umsetzungvon Kieserit- oder Magfhesiumsulfatlösung mit Kochsalz bei Frostkältegrosse Mengen Glaubersalz (im Jahre 1873 etwa 150 000 Centner)gewonnen. Dasselbe ist, weil es eisenfrei ist, ein von den Glashüttensehr gesuchtes Product*)•
Mittelst des Kalium- resp. Natriumdoppelsalzes lässt sich nach Ilrn.Cie mm auf folgende Weise Potasche und Soda darstellen. Dem Gemengevon Magnesia und Doppelsalz (s. oben) werden 25 bis 30 p. C. Holz-oder Steinkohle zugesetzt, und die Masse auf einem Herde aus Mag-nesit erhitzt. Die geschmolzene Masse lässt man in hermetisch ver-schlossenen eisernen Gefässen erkalten. Sie besteht aus Schwefel-natrium, Magnesia, Soda und überschüssiger Kohle. Die während desSchmelzens entweichende schweflige Säure wird auf Schwefelsäure ver-arbeitet oder in Magnesiamilch aufgefangen. Die poröse Masse wirdmit, Kohlensäure behandelt, um den Schwefelwasserstoff auszutreiben,welcher zur Verwerthung des darin enthaltenen Schwefels verbranntoder mit schwefliger Säure oder mit Eisenoxyd behandelt wird. ZurEntfernung der letzten Spuren Schwefel wird bis auf 300° erhitzt. --Die als secundäres Product in reichlicher Menge auftretende Salzsäurelässt man von porösem gebrannten Thon absorbiren, welcher' beimAuslaugen Chloraluminium giebt. Man würde auch mit Vortheil dieSalzsäure zur Lösung des bekannten Thonerdeminerals Bauxit ver-wenden. Setzt man zu dieser Lösung 1 Mol. des Kaliumdoppelsalzesund 2 Mol. Kieserit, so findet folgende Umsetzung statt:
Al 1 2 C1 G -f K 2 S 0 4 , Mg S 0 4 + 2 Mg S 0 4 = K 2 S 0 4 , Al 2 (S 0 4 ) 3 + 3Mg Cl 2 .
Alaunmehl fällt nieder und Chlormagnesium bleibt in Lösung.
Diese Methode der Soda- und Potaschegewinnung soll einige Vor-züge vor dem Leblanc’sehen Process besitzen, scheint jedoch keinenEingang in die Technik gefunden zu haben.
Die Verwendung des Kieserits zur Darstellung von Glaubersalz undKaliumsulfat, welch letzteres Salz nicht allein für die Potaschefabri-kation, sondern auch für die Zwecke der Landwirthschaft bereitet wurde,hat in neuerer Zeit in Stassfurt abgenommen; dagegen hat die Berei-
1 ) Vergl. Frank, Stassfurter Kaliiuclustrie in diesem Ber. S. 366, ebenso
Grüneberg, Potasche, S. 404.