Magnesium. 557
Schwierigkeit ihres Formens im Vergleich mit der Porcellanmasse dieErde auch in der Keramik vortheilliaft zu verwenden sei.
Ein Gemisch von Magnesia mit gepulverter Kreide oder Marmorbildet mit Wasser eine plastische Masse, die, wenn sie einige Zeit hin-durch dem Wasser ausgesetzt wird, eine Art von ausserordentlichhartem künstlichen Marmor liefert. Wird Magnesia mit einer Lösungvon Chlormagnesium angerührt, so entsteht der Weisseste und härtestealler Cemente (Sorel’ scher Magnesiacement), der zur Herstellung vonZiegelsteinen, Feuersteinen, Ornamenten, Mosaik, künstlichem Elfen-bein etc. verwandt wird. Für Ausführlicheres verweisen wir auf denArtikel „Mörtel und Cement“ S. .577.
Die Magnesia alba des Handels, ein Gemisch von Magnesium-carbonat und Magnesiumhydrat in sich nicht immer gleichbleibendenVerhältnissen, wird in der Regel durch Fällen der Lösung einesMagnesiumsalzes mit Soda dargestellt. Die Magnesiumsalze sind ent-weder Bittersalz oder Chlormagnesium. Das Präparat kommt als einäussersfc lockeres Pulver in den Handel. Wird die Lösung eines Mag-nesiumsalzes durch kohlensaures Alkali in der Hitze gefällt, so resultirtein dichter, schwerer Niederschlag. Als solche dichte Magnesiaalba ist auch wohl das Magnesiumcarbonat bekannt, welches sich beimVerdunsten einer Lösung von kohlensaurer Magnesia in kohlensäure-haltigem Wasser ausscheidet. Dies ist aber neutrales, wasserhaltigesCarbonat, das sich beim Kochen mit Wasser in basisches Salz ver-wandelt; das Wasser wirkt dabei als schwache Säure, welche einenTheil der Kohlensäure austreibt. Dies Präparat wird auch aus Dolomitdargestellt. Nacji einer neueren Mittheilung des Hrn. Lemoine l )wird in der Fabrik von Washington bei Newcastle der grösste Theilder im Handel vorkommenden Magnesia aus Dolomit nach einem vonPattin so n angegebenen Verfahren dargestellt. Das Princip des-selben besteht darin, den Dolomit mit gasförmiger Kohlensäure untereinem Druck von fünf bis sechs Atmosphären zu behandeln. DasMagnesiumcarbonat löst sich zuerst und lässt sich auf diese Weiseleicht vom Calciumcarbonat trennen. Man verfährt folgendermaassen:Der Dolomit wird getrocknet, möglichst fein gepulvert und mit kaltemWasser in einen horizontalen Cyliuder eingeschlossen, in welchem erdurch eine mechanische Vorrichtung umgerührt werden kann. EineCompressionspumpe treibt das aus Salzsäure und Marmor entwickelteKohlensäuregas unter einem Druck von fünf bis sechs Atmosphärenhinein. ' Die Lösung der zweifach kohlensauren Magnesia, welche aufdiese Weise entsteht, wird in einen senkrecht stehenden Cylinder ge-bracht, in welchen man Wasserdampf leitet. Hierdurch entsteht neu-trales Salz, welches man absetzen lässt, und nach dem Trocknen in
Lemoine, Bull. Soc. d’Eucour. XX, 363; Chem. Centralbl. 1873, 588.
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