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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

mit 5, 10, 15, 20, 25 p. C. Thallium brennen stetig und hell, aberdurch das intensive Magnesiumlicht wird die grüne Thalliumflammevollständig maskirt. Selbst die Flamme einer Legirung mit 50 Proe.Thallium zeigte eine kaum erkennbare grüne Färbung.

Es sind noch einige andere Eigenschaften des metallischen Magne-siums zur Verwendung gekommen. Hach Hrn. Z. Roussin 1 ) fälltdasselbe nicht nur Platin, Gold, Zinn und die Metalle der Bleigruppe,sondern auch Eisen (aus Oxydul- und Oxydsalzen), Zink, Kobalt undNickel aus den angesäuerten Lösungen ihrer Salze in metallischemZustande und unter Entwickelung von AVasserstoff. Dies liess hoffen,dass, wenn in der galvanischen Batterie das Zink durch Magnesiumersetzt würde, eine sehr grosse elektromotorische Kraft erzeugt würde.Versuche haben dies vollkommen bestätigt. Leider steht der hohePreis der Anwendung dieses vorzüglichen Mittels zur Erzeugung vonElektricität hindernd im AVege. Es muss diese Verwendung der Zu-kunft Vorbehalten bleiben.

Auch bei analytischen Operationen hat man Magnesium die Stelledes Zinks einnehmen lassen. Hr. Roussin 2 ) empfiehlt es zur Nach-weisung giftiger Metalle bei toxicologischen Untersuchungen. Arsenund Antimon werden durch Magnesium aus sauren Lösungen nichtgefällt. Sie verbinden sich mit dem bei der Reaction auftretendenAVasserstoff und entweichen als Arsen- und Antimonwasserstoff. DasMagnesiumband des Handels liefert im Mar shsehen Apparat fürsich keine Flecken, wie es der Fall sein würde, wenn es siliciumhaltigwäre, da Siliciumwasserstoff bei Dunkelrothgluth einen braunen Nieder-schlag absetzt. Uebrigens ist dieser von Arsen- und Antimonfleckenleicht zu unterscheiden, da er nicht bei Berührung mit Salpetersäureoder Königswasser wie die letzteren verschwindet.

IIar11 ey 3 ), Commaille 4 ), Bö11ger 5 ) benutzen ebenfalls dasMagnesium zu Reductionen. Ersterer empfiehlt es besonders zur Prü-fung auf Salpetersäure und salpetersaure Salze als ein sehr empfind-liches Reagens, so dass es zur Entdeckung der genannten Verbindungenin Trinkwassern sehr geeignet ist. Bringt man eine kleine Batterieaus einem Stück Magnesiumband mit Platinblech in schwach ange-säuertes AVasser, ohne dass die Verbindungsstelle des Magnesiums undPlatins eingetaucht wird, so lässt sich die Gegenwart der Salpetersäuredurch deren Umwandlung in salpetrige Säure und dadurch hervor-gebrachte Färbung von Ozonpapier, das man in die Flüssigkeit taucht,erkennen. Eine Flüssigkeit mit 1 / ; «ooo eines salpetersauren Salzes gabnoch eine deutliche Reaction.

4 ) Roussin, Zeitschr. CJliem. 1866, 576. 2 ) A. a. 0. 3 ) Hartley,

Cliem. News 1866, 73. 4 ) Commaille, Compt. rencl. LXIII, 556. 6 ) Bött-

ger, Bingl. ppl. J.JJNCVII, 289.