Magnesium. 551
ist in einem Beservoir enthalten, ( welches am Boden eine kleine Oeff-nung hat. Durch diese fliesst, wie bei den Sanduhren, das Magnesium-pulver. Dasselbe ist innig mit einer bestimmten Menge feinen Sandesgemischt, gewissermaassen damit verdünnt, einmal um der Oeffnungeinen hinreichend grossen Durchmesser geben zu können, dann, umein continuirliches Ausfliessen zu ermöglichen. Das Gemisch fällt ausdem Beservoir in eine metallene Bohre, durch deren oberes Ende einStrom Leuchtgas eingeführt wird. Am unteren Ende der Bohre wirddie Mischung angezündet. Die Flamme ist äusserst brillant. Der beider Verbrennung zurückbleibende Sand fällt in ein untefgesetztes Ge-fäss, während der Bauch durch ein besonderes Kaminrohr entweicht.
Unter dem Namen Chathamlicht wird in England zu telegra-phischen und Signalisirungszwecken eine Lichtquelle mit Nutzen an-gewendet, welche in der Weise hergestellt wird, dass in eine Spiritus-flamme mittelst eines Blasebalges Magnesiumpulver oder Pulver kohlen-stoffreicher Verbindungen hineingeblasen wird. Bei kurzen Strecken,auf welche signalisirt werden soll, reicht Kohlenstaub aus. Bei Ent-fernungen von drei bis sechs engl. Meilen wird pulverisirtes Harz ver-wendet, bei noch grösserer Tragweite des Signallichts, ein Gemengevon Magnesium- und Harzpulver 1 ).
Anstatt des reinen Magnesiums hat man auch Magnesium-legirungen zu Beleuchtungszwecken verwendet. Die Darstellungsolcher Legirungen ist, da das Magnesium beim Zusammenschmelzeuleicht verbrennt, nicht ganz leicht. Nach Hrn. W. White 2 ) bringtman am besten zunächst das andere Metall in Fluss und taucht danndas Magnesium mittelst einer Zange schnell unter. Eine Legirungvon Blei mit Magnesium brennt mit gutem Lichte. Noch lebhafterbrennen Zink-Magnesium-Legirungen. Solche mit Zink im Verhältnissvon 5, 10, 15, 20 p. 0. lassen sich leicht zu Draht verarbeiten, brennenaber mit Bauch und nicht so leuchtend wie reines Magnesium. Besondersgeeignet sind die Zinklegirungen zu Feuerwerkszwecken. Als Pulverzum Baketensatz hinzugefügt, erzeugen sie ein schönes Licht, und siebilden als Draht an sich schon einen effectvollen Feuerwerkskörper.
Wenn derartige Legirungen mit Metallen, welche der Flammeeine Färbung ertheilen, auch beim Brennen diese Farbe zeigten, sowürden die Feuerwerkskörper einen schönen Zuwachs erhalten. Leiderist dies, wenigstens in Bezug auf das am leichtesten zu verwendendeder hierhergehörenden Metalle, das Thallium, nicht der Fall. NachVersuchen von Hrn. J. Mellor 3 ) legirt sich das Thallium in allenVerhältnissen mit Magnesium. Die Legirungen sind sehr beständigund lassen sich leicht zu Draht und Band verarbeiten. Die Legirungen
1 ) Dingl. pol. J. CLXXXVIII, 436 (mit Abbildung). 2 ) W. Wliite,
Wagn. Jahresber. 1866, 9. 3 ) Mellor, Chem. News 1867, 244.
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