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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Magnesium.

Hr. Scheibler 1 ) empfiehlt, die Analyse der Gold- oder Platin-salze organischer Basen in der Weise anzustellen, dass man sie inWasser löst oder suspendirt und Magnesiumband eintaucht. UnterWasserstoffentwickelung scheidet sich das Gold oder Platin in metal-lischem Zustande aus.

Die Hauptverwendung des Magnesiums, die als Lichtquelle, hateine beträchtliche Beschränkung durch die Anwendung der Magnesiain der Hydrooxygengasbeleuchtung erfahren. Die Magnesia wirdeine mächtige Lichtquelle, sobald sie auf eine sehr hohe Temperatur,auf die Temperatur der Hydrooxygenflamme gebracht wird. DasLicht unterscheidet sich nicht von dem des brennenden Magnesiums,da auch beim letzteren die Lichtentwickelung durch die hohe Tempe-ratur zu erklären ist, auf welche das hei der Reaction entstehendeOxyd gebracht wird. Schon im Jahre 1865 sprach Hr. Troost 2 ) dieErwartung aus, dass man ein besonders helles Licht erhalten würde,wenn man Magnesiumoxyd in geringer Menge und unter möglichstgrossem Volumen stark erhitzt. Nach Hm. Calevaris 3 ) in Genuaerhält man ein solches schwammiges Oxyd, wenn man ein Stück Chlor-magnesium der Knallgasflamme aussetzt. Einen ähnlichen Lichteffectwie mit dem in dieser Weise erhaltenen Oxyd erzielt man bei Anwen-dung von Prismen, die aus Magnesiumcarbonat gepresst sind. Hr.Calevaris zieht indess das Chlormagnesium vor, das bei Anwendunggewöhnlichen Leuchtgases, welches mit 10 Vol.-Proc. Sauerstoff ge-mengt ist, ein vorzügliches Licht liefert.

Die Benutzung der Magnesia zum Kiiallgasliclite ist sehr durch dieArbeiten Hrn.Car ons 4 ) gefördert worden. Er macht darauf aufmerk-sam , dass die möglichste Reinheit der. Magnesia nothwendig sei. Soist es bei Benutzung der kohlensauren Magnesia von Euböa, die sichdurch ihre sehr compacte Beschaffenheit und beträchtliche Härte aus-zeichnet, unerlässlich, die weissesten und am wenigsten durch Ser-pentin und Kieselsäure verunreinigten Stücke auszusuchen, da mansonst zwei Drittel, selbst vier Fünftel des Lichtes einbüssen würde,welches von reiner Magnesia zu erhalten ist. Diese Licktabschwäclningrührt von der Kieselsäure, nicht etwa von den Eisen- und Mangan-oxyden, die in dem Magnesit enthalten sind, her. Derselbe' Einflussder Kieselsäure ist auch beim Lichte anderer weissglühender Körperwahrzuiiehmen. Kalk in geringer Menge ist nicht schädlich, er giebtder Flamme eine leicht rosaviolette Färbung, welche oft die Farbeseidener Stoffe noch lebhafter macht.

Zur Darstellung reiner Magnesia, welche' auch zur Anfertigungfeuerfester Tiegel und Ziegel Verwendung findet, verfährt Hr. Caron

0 Scheibler, Ber. ehern. Ges. 1869, 295. 2 ) Troost, Pogg. Ann.

CXXV, 644. ä) Calevaris, Dingl. pol. J'. CLXXVII, 129. 4 ) Caron,

Compt. rend. LXVI,_. 850.