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Gruppe III. Chemische Industrie.
den anfängt. Wenn auch die schon gebildete Säure dadurch nichtweggeschafft wird, so kann doch dadurch ein weiteres Fortschreitender Säurebildung verhindert werden.
Die Bedeutung des phosphorsauren Kalks ist bekannt. Emsigsucht die europäische Landwirthschaft, wir dürfen sagen auf allen zu-gänglichen Theilen der Erde, nach Lagern von Phosphorit, Osteolith,Guano, um den erschöpften Feldern das werthvolls’te Nahrungsmittelder Pflanze, die Phosphorsäure, wieder zuzuführen. Vergl. den Auf-satz über Fabrikation künstlicher Düngemittel in einem späterenTheile dieses Berichtes.
Magnesium.
Während die Metalle der drei „alkalischen Erden“, Baryt, Stron-tian, Kalk, wegen der Schwierigkeit ihrer Darstellung (sie werden ambesten durch Elektrolyse der geschmolzenen Chloride erhalten), wegenihrer rapiden Oxydation an der Luft, wegen ihrer Eigenschaft, dasWasser sofort zu zersetzen, keine Anwendung erleiden können, wirddas Metall der Magnesia, der „vierten alkalischen Erde“, im Grossendargestellt und seine Eigenschaft, mit blendend weisser Flamme zuverbrennen, in mannichfacher Weise benutzt.
Magnesiumverbindungen kommen in unerschöpflicher Menge inder Natur vor. Zur Darstellung des Metalls werden besonders dieVerbindungen mit den Halogenen benutzt.
Als Davy im Jahre 1808 die Metalle der Alkalien und alkalischenErden mit Hilfe des elektrischen Stromes darstellte, unternahm er esauch, das Metall aus der Magnesia zu reduciren. Es gelang nicht,weil er versuchte, zunächst ein Amalgam des Magnesiums zu erhaltenund das Metall sich bei gewöhnlicher Temperatur nicht mit Queck-silber vereinigt. Später stellten Buff und Liebig das Metall dar,indem sie, der Wöhler’schen Methode der Darstellung des Alumi-niums folgend, Chlormagnesium mittelst Kalium zersetzten. Dannschied Bunsen das Metall auf elektrolytischem Wege aus schmelzen-dem Chlormagnesium ab. Nachdem es Deville gelungen war, grössereMengen von Aluminium durch Zersetzen von Chloraluminium mittelstNatrium zu erhalten, wandten er und Caron dasselbe Verfahren auchzur Darstellung des Magnesiums an. Nach diesem Princip wird auchjetzt noch das Metall gewonnen.
Im Laufe der letzten Jahre sind zahlreiche Verfahrungsweisen zurMagnesiumdarstellung gegeben worden, von denen wir einige kurzerwähnen wollen.
Deville und Caron 1 ) verfuhren in der Weise, dass sie ein Ge-
*) Ste.-Claire Deville u. Caron, Ann. Cliem. Pharm. 01, 359u. 632.