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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Magnesium. 545

misch von 6 Gewthln. Chlormagnesium mit 4\S Gewthln. Flussspath, derals Flussmittel dient, durch 2 - 3 Gewthle. Natrium in einem zur Roth-gluth erhitzten Tiegel zersetzten. Nach Beendigung der Reaction rührtman die Schmelze zur Vereinigung der Metallkügelchen um und trenntnach dem Erkalten das Metall von der Schlacke. Das Chlormagnesiumwird nach Bunsen durch Abdampfen einer Lösung von Chlormagne-sium und Salmiak und Schmelzen des Rückstandes erhalten. Das sogewonnene Metall enthält noch Silicium, Aluminium, Stickstoffin agne-sium etc. Um es ganz rein zu erhalten, muss es destillirt werden.

Um die lästige Darstellung des wasserfreien Chloipnagnesi.ums zuumgehen, empfahl Wöhler ] ) die Benutzung des Doppelsalzes von Chlor-magnesium und Chlornatrium, das durch Eindampfen der gemischtenLösungen und Schmelzen leicht zu erhalten ist.

Hr. Sonstadt 2 ) modificirte dies Verfahren dahin, dass er dasDoppelsalz von Chlormagnesium und Chlorkalium anstatt des Chlor-magnesiums-Chlornatriums benutzte. Nach Hrn. Iloyer 3 ) löst man42 Gewthle. Magnesia alba in Salzsäure, fügt 746 Gewthle. Chlorka-lium hinzu, verdampft zur Trockne und schmilzt den Rückstand. Der-selbe wird mit 23 Gewthln. Natrium innig gemengt in einen Tiegelgebracht, dieser wohl verschlossen und bei^ dunkler Rothgluth erhitzt,bis die Reaction beginnt. Dann wird er sogleich aus dem Feuer ge-nommen, und nach dem Erkalten wird das Metall mechanisch und durchWasser von der Schlacke befreit. Das rohe Magnesium muss durchDestillation gereinigt werden. Hr. Sonstadt hat a. a. 0. einen Ap-parat dazu beschrieben. Derselbe besteht im Wesentlichen aus zweiüber einander stehenden Tiegeln, die durch ein Rohr verbunden sind,welches in dem oberen Tiegel bis nahe an den Deckel ragt. Wenn derobere Tiegel mit dem rohen Magnesium gefüllt ist, so wird zunächstdurch Wasserstoffgas die Luft aus dem Apparate getrieben. Dannwird der obere Tiegel bis nahe zur Weissgluth erhitzt. Die Magne-siumdämpfe erheben sich und steigen durch das verbindende Rohr inden abgekühlten unteren Recipienten hinab, wo sie sich verdichtenund erstarren.

Hr. Tissier 4 ) benutzt zur Darstellung des Magnesiums das Dop-pelfluorür von Magnesium und Natrium, das mit Natrium zersetztwird. Dies Verfahren ist der Darstellung des Aluminiums aus Kryo-lith (Al 2 Fl«, 6 Na Fl) analog.

Während Kalkhydrat in der Weise auf Fluornatrium wirkt, dassNatriumhydrat und unlösliches Fluorcalcium entstehen, findet bei An-

1) Wöhler, Ann. Chem. Pharm. CI, 362. 2 ) Sonstadt, Dingl. pol.

J. CIiXX, 115. 3 ) Hoyer, Wag-n. Jaliresher. 1866, 1; Graham - Otto,

4. Aufl. Bd. II, 592. 4 ) Tissier, Compt. rend. LVI, 848; Jonrn. prakt.

Chem. XC, 50.

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