Calcium.
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des Trocknens von selbst. Ist die Härteflüssigkeit zu oft aufgepinseltoder fehlerhaft bereitet worden, so wäscht man den Gyps mittelst einesSchwammes mit klarem Kalkwasser. Die nicht tief in den Gyps ein-gedrungene Härteflüssigkeit gerinnt dann zu käseartigen Flocken, dieman leicht abwaschen kann. Der Gryps kann dann nochmals sorgfäl-tiger gehärtet werden. Durch diese Behandlung verlieren die Gyps-gegenstände in so weit ihre Porosität, dass sie abgewaschen werdenkönnen. Man erhält kein brauchbares Resultat, wenn man vor demGiessen beim Anrühren desGypses mit dem dazu erforderlichen Wasserdiesem die Härteflüssigkeit zusetzt.
Nach Hrn. Landrin ] ) erhält man einen sehr schönen Stuck, wennman den gebrannten Gyps mit Wasser versetzt, welches so viel Schwefel-säure enthält, als zum Sättigen des im Gyps stets vorhandenen kohlen-sauren Kalks erforderlich ist.
Künstlich dargestellter schwefelsaurer Kalk wird in England unterdem Namen Pearl hardening, in Deutschland unter dem NamenAnnalin 3 ) von den Papierfabrikanten vielfach als Füllstoff zu billi-gen Papieren benutzt. Das Pearl hardening wird durch Fällen einerverdünnten Chlorcalciumlösung, wie sie in den Sodafabriken als Ne-benproduct erhalten wird, mit verdünnter Schwefelsäure dargestellt.Eine ausführliche Beschreibung des Verfahrens hat Hr. G. Lunge 3 )geliefert.
Von den übrigen Calciumverbindungen, so weit sie nicht ah an-deren Stellen dieses Berichtes abgehandelt werden 4 ), sind wenig That-sachen von technischer Bedeutung zu erwähnen.
Schwefligsaurer Kalk findet in der Bierbrauerei öfters Ver-wendung, um Biere, die trotz rationellen Betriebes leicht dem Sauer-werden unterworfen sind, haltbar zu machen. Das Präparat wird vonmehreren Fabriken unter dem Namen doppeltschwefligsaurer Kalk alseine stark saure, nach schwefliger Säure riechende Flüssigkeit von1'06 Vol.-Gewicht in den Handel gebracht. Es wird in der Weisedargestellt, dass schweflige Säure in Wasser, welches kohlensaurenKalk in Suspension enthält, eingeleitet wird, bis Lösung eingetreten ist.
Wie Hr. Griessmayer 5 ) berichtet, wird es folgendermaassen an-gewendet. Wenn man ein Lagerfass bis ungefähr zur Hälfte einge-schlaucht hat, schüttet man die Flüssigkeit hinein, berechnet die Mengeaber nach dem vollen Fass im Verhältniss von 1 : 1000. Der schwef-ligsaure Kalk kann nicht nur als Präservativmittel, sondern auch indem Falle angewendet werden, wenn eine Würze eben sauer zu wer-
4 ) Landrin, Compt. rend. LXXIX, 231. 2 ) Zur Etymologie dieses
"Wortes "bemerke ich, dass dieser Körper, ein feines Gypspulver, seinen Namender Annamühle bei Osterode verdankt. 3 ) G. Lunge, Dingl. pol. J.CLXXXIX, 391. 4 ) Yergl. besonders: Mylius, Chlorkalk, S. 113.
5 ) Griessmayer, Dingl. pol. J. CCV, 77; "Wagn. Jahresber. 1872, 577.