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Gruppe III. Chemische Industrie.
diese gleichmässig in den Gyps eindringe. Es kommt hierbei natür-lich wesentlich auf die richtige Regulirung der Temperatur an; einZuwenig giebt nicht den gewünschten Effect, ein Zuviel verursacht,dass die Gypsfiguren gelb und braun werden. Es ist die Menge Stea-rin, welche bei diesem Tränken erforderlich ist, nicht unbeträchtlich.Es ist daher einfacher und sparsamer, nach dem Vorschläge des Hrn.Wiederhold 1 ) zu operiren. Danach sind 1 bis 2 Gewthle. Stearin-säure in TO Gewthln. Petroleumäther zu lösen, mit welcher Lösungman die Gypsgegenstände tränkt. Nach dem Verdunsten des Petro-leums werden die Gegenstände leicht abgerieben, wodurch sie einenglänzenden Ton annehmen. Es ist auch eine Auflösung von Wachs inSchwefelkohlenstoff zu gleichem Zweck in Vorschlag gebracht worden.Wir wollen absehen von Versuchen, Borax, Alaun, Leim, Wasserglasund andere Körper, von denen keiner dem Zwecke völlig entsprach,zum Härten der Gypsgüsse zu verwenden und nur noch eines Verfah-rens erwähnen, welches die Frucht langjähriger Versuche der IierrenBild-hauer Knaur und Prof. W. Kno p 2 ) in Leipzig ist. Das Verfahren beruhtauf der Anwendung eines Gemisches von Kaliwasserglas mit einerEiweisssubstanz, welche letztere mit Kalk einen harten festen Kittbildet, der durch das Wasserglas noch fester wird. Mit Wasserglasallein können Gypsgegenstände nicht imprägnirt werden. Gyps mitWasserglaslösung geräth sogleich ins Stocken und die Flüssigkeit kannnicht eindringen. Beim Trocknen wittert Alkalisulfat in grosser Mengeaus. Man bereitet sich .folgende Mischung. Zunächst schüttelt mangeronnene und abgerahmte Milch einige Zeit für sich, giesst dann einebeliebige Menge in ein Glas und setzt tropfenweise unter starkemRühren oder Mischen mit einem Pinsel so viel einer Lösung von1 Gewthl. Aetzkali in 5 Gewthln. Wasser zu, bis alles Casein wieder ge-löst ist und die Mischung eine flockenlose trübe, aber ungefärbte Flüs-sigkeit bildet, der man etwa ein Viertel Kaliwasserglaslösung zusetzt.Diese Mischung, die man unmittelbar vor dem Gebrauche bereitet,wird auf den Gypsgegenstand mittelst ganz reiner Pinsel von Schweins-borsten rasch von oben nach unten aufgetragen. Man muss den Ge-genstand einen oder mehrere Tage trocknen lassen und dann das Ver-fahren wiederholen, so oft, bis die Oberfläche die gewünschte Beschaf-fenheit zeigt. Die übrig bleibende Flüssigkeit verdirbt bald. SchwarzeStellen, die häufig unmittelbar nach dem Aufträgen der Härtemischungdurch Wechselwirkuug des im Gyps enthaltenen Eisens und des Schwe-felkaliums, welches sich durch Einwirkung des Alkalis auf das Caseinder Milch bildet, auf dem Gypsgüsse entstehen, verschwinden während
l ) Wiederhold, Wagn. Jahresber. 1865, 360; Jacobsen’s chemisch-tech-nisches Repertorium 1865, 8. 2 ) Knaur u. W. Knop, Dingl. pol. J.
CLXXVII, 486; Wagn. Jahresber. 1865, 361.