Calcium.
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wie Messergriffe, Dominosteine, Dosen, Schinueksachen u. s. w., wirdsie vortheilhaft verarbeitet. Ein Gemenge von Gyps mit 8 Procentgepulverter Eibischwurzel verzögert das Hartwerden noch längere Zeitund erhöht die Zähigkeit der Masse. Sie lässt sich mit der Nudelwalzeauf Glasflächen zu grossen und dünnen Platten auswalzen, die beimTrocknen niemals springen, sich leicht vom Glase ablösen und schondurch Reiben Politur annehmen. Sie können gefärbt werden unddurch Tränken mit Leinölfirniss und Lackiren wasserdicht gemachtwerden. Es liegt auf der Hand, dass ein derartiger Gyps der man-nichfachsten Anwendung fähig ist.
Es giebt auch Mittel, das Erstarren des Gypses zu beschleunigen.Unter den Salzlösungen, welche diese Wirkung ausüben, steht eineLösung von Kaliumsulfat obenan. Es ist eine schon seit lange ge-machte Erfahrung, dass die Lösungen verschiedener Salze, namentlichder alkalischen, mit ungebranntem Gyps gestehen.« Wird ein Ge-menge von gleichen Theilen gepulverten Marienglases und neutralenschwefelsauren Kalis mit Wasser angerührt, so erstarrt die Masserascher, als gebrannter Gyps bei gewöhnlicher Behandlung. NachVersuchen des Hrn. Schott sen. J ) wirkt schwefelsaures Kali auf ge-brannten Gyps, wenn die Körper zu gleichen Gewichtstheilen gemischtund mit weniger als dem gleichen Gewicht Wasser angerührt werden,so sehr das Erstarren beschleunigend, dass die Masse nicht ausgegos-sen werden kann. Ebenso erfolgt augenblickliches Festwerden, wenngebrannter Gyps mit einer kalt gesättigten Lösung von Kaliumsulfatangemacht wird. Etwas langsamer, aber immer noch rascher als Gypsallein mit Wasser, erstarrt die Mischung beim Anmachen mit 3, 4,5, selbst mit 6 Gewichtstheilen Wasser. Derart angefertigte Gyps-güsse sollen nicht das kalte, kreidige Ansehen des gewöhnlichen Gyp-ses zeigen, sondern hübsch perlmutterartig und atlasglänzend aussehen.Nach Hrn. Schott ist, wie schon L. Gmelin vermuthet hat, eineDoppelverbindung von Calciumsulfat und Kaliumsulfat entstanden,welcher die Formel Ca S O t , K 2 S 0 4 , Id 2 0 zukommt. Eine Lösung vonNatriumsulfat verhält sich indifferent gegen Gyps. Eine erheblicheAnwendung zum Giessen von Kunstwerken scheint weder die Puscher’-sche Gypsmasse noch das Gemisch von Kaliumsulfat und Gyps gefun-den zu haben. Es ist sehr zu wünschen, die Gypsgüsse durch leichtanwendbare Mittel insoweit widerstandsfähiger zu machen, dass sienasse Reinigung von Staub, Schmutz u. s. w. vertragen. Man hatmanche Anläufe dazu gemacht. Gebräuchlich ist es noch immer, dieGypsgüsse mit geschmolzener Stearinsäure zu überpinseln, zu enkau-stiren, und sie sodann in einem geschlossenen Raume auf die Tempe-ratur zu bringen, deren die Stearinsäure zum Schmelzen bedarf, damit
!) Schott, d. Aelt., Dingl. pol. J. CXCVI, 357.