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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Calcium.

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und dass gleiche Quantitäten Calciumcarbonat in derselben Zeit ver-schiedene Mengen Kohlensäure abgeben, wenn beim Glühen über dieeine Wasserdampf, über die andere Luft geleitet wird, und zwar wirddas Austreiben der Kohlensäure bei Anwepdung von Wasserdampf(vielleicht nur in Folge' der grösseren Geschwindigkeit des Dampf-stroms) befördert. Der Ofen von Sebor soll ein Gas von 95 bis 96p. C. reiner Kohlensäure liefern.

Seit einigen Jahren findet der Ringofen von Hoffmann undLicht häufige Anwendung zum Brennen von Kalk. Bei demselbenist die Ausnutzung der Hitze möglichst weit getrieben, so dass einebedeutende Brennmaterialersparniss ermöglicht ist. Der Ofen ist ur-sprünglich als Ziegelofen construirt, wird auch von der Ziegelbrennereihauptsächlich benutzt; er dient jedoch auch zum Brennen von Töpfer-waaren, von Kalk und Cement.

Von grösstem Einfluss auf die Qualität des Kalks ist neben derArt und Weise des Brennens, bei welchem besonders die unmittelbareBerührung des Steins mit dem Brennmaterial von Nachtheil sein kann,in erster Linie die chemische Zusammensetzung des zum Brennen be-nutzten Kalksteins. Es ist aber keineswegs immer der Kalkgehalt desgebrannten Products dem Kalkgehalt des Rohmaterials proportional.Die dolomitischen Kalksteine verlieren beim Brennen ja nicht alleindie mit dem Kalk, sondern auch die mit der Magnesia verbundeneKohlensäure. Da sie somit einen grösseren Gewichtsverlust erleiden,so kann ein dolomitischer Kalkstein, der an Kalk ärmer ist, als einanderer, der kein Magnesiumcarbonat enthält, ein an Kalk reicheresProduct liefern, als der letztere. Bei der Werthbestimmung des Kalksist noch in Betracht zu ziehen, dass der Kalk eine so mannigfacheVerwendung erfährt, und dass daher dieselbe Kalksorte zu verschiede-nen Zwecken in mehr oder minder hohem Grade geeignet sein kann.Eine Beimengung von 10 oder mehr Procent an Magnesia liefert beimAnmachen mit Wasser einenmageren Kalk. Er ist zur Sodafabri-kation durchaus untauglich und wird zur Mörtelbereitung, da er nureinen geringen Zusatz von Sand verträgt, nicht gern verwendet; da-gegen erhöht ein Magnesiagehalt die hydraulischen Eigenschaften desMörtels. Ein solcher Kalk eignet sich daher vorzüglich zur Herstel-lung von Wasserbauten. Zu demselben Zwecke ist eine Beimengungvon Silicaten erwünscht, welche sonst die Güte des Kalks sehr beein-trächtigen. Wenn der Kalk durch grösseren oder geringeren Eisen-gehalt gelb oder grau gefärbt ist, so kann er nicht zum Weissen undAbputzen der Häuser dienen, während für landwirthschaftliche Zweckeein Eisengehalt nicht schädlich ist, und, wenn der Kalk als Zuschlagim Hochofen dienen soll, sogar gern gesehen wird.

Je weniger Silicate und Thonerde ein Kalk enthält, um so feuer-beständiger ist er. Aus Blöcken von reinem Aetzkalk hat zuerst