Calcium.
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In freiem Zustande findet sicli der Kalk in der Natur niclit vor.Er wird durch Erhitzen, „Brennen“, des kohlensauren Kalks erhal-ten. Diese Operation wird in der Kegel in besonderen Oefen aus-geführt. In Bezug auf Construction und die Art des Betriebs habendiese Kalköfen während des verflossenen zehnjährigen Zeitraums nichtunwesentliche Verbesserungen erfahren x ).
Sie sind entweder Oefen mit ununterbrochenem (continuir-liehem) oder mit unterbrochenem (periodischem) Betrieb. Diese,welche man nach beendigtem Brennen erkalten lässt, finden an Orten,,wo nur geringer Bedarf an Kalk ist, ihre Anwendung, die ersterendort, wo fortdauernde Nachfrage gesichert ist. Ferner kann man inbeiden Arten von Oefen das Brennen entweder dadurch bewerkstelli-gen, dass man den Kalkstein der Einwirkung einer grossen, von einerseparat angelegten Feuerstätte ausgehenden Flamme aussetzt, wobeiBrennmaterial und Kalk gar nicht mit einander in Berührung kom-men, oder dadurch, dass man in dem Ofen abwechselnde Schichten vonKalkstein und einem Brennmaterial einträgt, das mit kleiner Flammebrennt, oder nur glüht, und durch die entwickelte Gluth den mit demBrennmaterial in unmittelbarer Berührung stehenden Kalkstein garbrennt.
Von diesen beiden Gesichtspunkten aus kann man vier Arten vonKalköfen unterscheiden:
1) Oefen zu periodischem Betrieb mit grosser Flamme;
2) Oefen zu periodischem Betrieb mit kleiner Flamme;
3) Oefen zu continuirlichem Betrieb mit kleiner Flamme;
4) Oefen zu continuirlichem Betrieb mit grosser Flamme.
Die Oefen der ersten Art haben meist einen inneren Ofenraum vonellipsoidischer Form und sind häufig mit einem Rost versehen, oftauch ermangeln sie eines solchen. Will man den Ofen in Thätigkeitsetzen, so baut man zunächst aus grösseren Kalksteinen ein spitz-bogenartiges Gewölbe, welches als Feuerraum dient. Auf dieses Ge-wölbe schüttet man durch die Gicht die übrigen Kalksteine, bis derOfenschacht ausgefüllt ist. Durch die Heizöffnung wird nun ein leichtentzündliches Brennmaterial, Reisig u. dgl., gebracht und angezündet.Dadurch wird der Ofen allmählich angewärmt, so dass ein Zerberstender das Gewölbe bildenden Steine vermieden wird. Nach und nachgiebt man stärkere Hitze, der Russ an den Steinen verschwindet, undwenn sie als eine weissglühende lockere Masse erscheinen, ist derBrand beendigt. Das Volum hat dabei um V 6 abgenommen. Wennder Ofen zur Kohlenfeuerung bestimmt ist, so befindet sich unter der
*) Interessante Details giebt die Schrift: Der Kalkwerkbetrieb Sachsensund die Ursachen der verschiedenen Kalkpreise in Sachsen. Von G. Wunder,Herbrig u. Coulitz. Leipzig 1867. Vergl. auch Wagn. Jahresber. 1867, 391.