Strontium.
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Strontium.
Die technische Verwendung von Strontiumpräparaten ist wegender Seltenheit der in der Natur vorkommenden Strontiumverbindungenund wegen ihrer grossen chemischen Aehnlichlteit mit den entspre-chenden Bariumverbindungen nicht erheblich.
Immerhin ist der Verbrauch von salpetersaurem Strontian in derArtillerietechnik und Lustfeuerwerkerei zur Darstellung von rothbren-nenden Pulversätzen kein geringer, so dass die Auffindung eines mäch-tigen Cölestinlagers bei Krzischkowitz in der Nähe von Ratibor voreinigen Jahren nicht ohne Wichtigkeit ist 1 ). Man hatte seit Jahrendieses I^ager in der Meinung, Kalbmergel oder gypshaltigen Mergelvor sich zu haben, mit gutem Erfolg zur Düngung der Felder benutzt,woraus hervorgeht, dass der schwefelsaure Strontian dieselbe Rolle inder Ackerkrume zu spielen und dieselbe günstige Wirkung auf dasWachsthum der Pflanzen zu äussern vermag, wie der schwefelsaure Kalk.
Einen Versuch, eine specifische Eigenschaft eines Strontiumsalzesfür die Sodafabrikation nutzbar zu machen, hat Hr. A. Ungerer inPforzheim gemacht 2 ). Er verwendet an Stelle des schon mehrfachzur Zersetzung des Sulfats vorgeschlagenen Aetzbaryts Aetzstron-tian. Das Natriumsulfat wird durch Umsetzung eoncentrirter Lösun-gen von Ammoniumsulfat und Kochsalz erhalten. Durch Eindampfenwerden verschiedene Krystallisationen von Natriumsulfat und Salmiakerhalten. Aus der Lösung des ersteren wird durch Fällen mit Aetz-strontian reine kaustische Natronlauge • gewonnen, welche leicht vondem Strontiumsulfat getrennt und in Soda umgewandelt werden kann.Aus dem vorhin erhaltenen Salmiak wird Ammoniumcarbonat gewon-nen durch Zersetzung mit kohlensaurem Kalk oder dadurch, dass mitKalk Ammoniak entwickelt wird und dazu Kohlensäure geleitet wird.Mit Hilfe der Lösung dieses Ammoniumcarbonats wird nun das Stron-tiumsulfat in Strontiumcarbonat umgewandelt. Diese Umsetzung gehtschon bei gewöhnlicher Temperatur vor sich, rascher hei gelinderWärme, und das entstandene Ammoniumsulfat beeinträchtigt die. Zer-setzung nicht, weil Strontiumcarbonat durch kalte Lösungen von schwe-felsauren Alkalien nicht in Strontiumsulfat umgewandelt wird. Es istdies ja ein wesentlicher Unterschied von den entsprechenden Barium-salzen. Auf Bariumsulfat wirken die kohlensauren Alkalien bei ge-
] ) Nach den Verhandlungen des naturliistorischen Vereins für die Rhein-lande und Westfalen kommen vom Strontianit jährlich gegen 1000 Centnerin den Handel. 2 ) A. Ungerer, Dingl. pol. J. CLXXXVIII, 140.
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