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Gruppe III. Chemische Industrie.
ohne Schwierigkeit hersteilen. Sie zeichnen sich jenen gegenüberdurch höheres Volumgewicht, leichtere Schmelzbarkeit und grösserenGlanz aus, und sie stehen in Bezug auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenchemische Agentien etwa in der Mitte zwischen guten Kalk- und Blei-gläsern. Wird in den Zusammensetzungsformeln der Gläser Barytauch an die Stelle von Alkali gesetzt, so wird das Glas schwerflüssigund bei zunehmendem Barytgehalt bald unschmelzbar, wie dies in er-höhtem Maasse auch bei den Kalkgläsern der Fall ist. Die Peligot’-schen alkalifreien Baryt-Kalkgläser gehören einer ganz anderen Classevon Körpern an. Während gute alkalihaltige Gläser mehr oder wenigergenau der Formel R 0, 3 Si 0 3 (wo R = M 11 = 2 M 1 bedeutet) ent-sprechen, zeigen diese die Zusammensetzung RO, 2Si0 2 (wo Rü Barytund Kalk bedeutet). Diese alkalifreien Gläser haben ein sehr hohesVolumgewicht und leisten nur geringen Widerstand gegen Wasser undchemische Einwirkungen.
Hr. Benrath 1 ) hat ferner in dem Krystallglas, einem Natron-Kalk-Bleisilicate, das Blei durch Baryt ersetzt. Er erhielt ein blankes,homogenes Glas, welches einen billigen Vertreter der leichteren Krystall-glassorten bildet und vor den bleihaltigen Gläsern sich noch dadurchauszeichnet, dass es absolut unempfindlich gegen Rauch ist.
Es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, dass der Barytglas-industrie noch eine bedeutende Zukunft bevorsteht.
An diese Verwendungen der Barytsalze schliessen sich noch dieUntersuchungen des Hrn. W. C. Newton 2 ) über die Anwendung desCyanbariums in der Cementstahlbereitung. Man weiss schon seitlange, besonders durch die Forschungen von Bunsen (1839), Stein(1851), R. Wagner, Saunderson (1859), Caron (1860) u. s. w.,dass flüchtige Cyanverbindungen sehr kräftig cementiren, d. h. eineKohlung des Stabeisens bewirken. Am besten bewährt sich als Cementir-mittel das Cyanbarium, da es viel schwerer flüchtig ist als die Cyan-alkalien und deshalb bei hoher Temperatur sehr nachhaltig wirkt.Hr. Newton reducirt Bariumcarbonat in einem Ofen bei Gegenwartvon Kohle; es bildet sich Baryt, der sich nach und nach durch denStickstoff der Luft in Cyanbarium verwandelt. Dieses kann langeZeit hindurch wirksam sein; es genügt, in die Cementirkästen von Zeitzu Zeit etwas Holzkohle zu bringen.
J ) Benrath, Wagn. Jaliresber. 1872, 396. 2 ) Newton, Rep. of patent,
inventions, Jan. 1862, 54.