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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Das bei der Verbrennung resultirende Gasgemenge wird zunächstabgekühlt und darauf in einem Cokethurm mit Wasser behandelt,welches die schweflige Säure daraus aufnimmt. Die unten abfliessendeLösung wird so oft mit neuen Mengen des Gasgemenges in Berührunggebracht, bis sie mit schwefliger Säure nahezu gesättigt ist. Die re-sultirende wässerige schweflige Säure wird entweder direct zu Schwefel-säure oxydirt, indem man sie mehrere Male einem aufsteigenden Luft-strome entgegen in einem Cokethurm abwärts passiren lässt oderindem man das gelöste schwefligsaure Gas durch Erhitzen austreibtund auf die gewöhnliche Weise in die Schwefelsäurekammern einführt.

Später empfahl Gossage 1 ), den durch die Einwirkung vonKohlensäure auf die Rückstände entwickelten Schwefelwasserstoff durchEisenoxyd 'zu zersetzen und den von letzterem zurückgehaltenenSchwefel durch Rösten in für die Bleikammern direct verwendbareschweflige Säure übefzuführen.

W. S. Losh 2 ) nahm im Jahre 1852 ein Patent zur Darstellungvon unterschwefligsaurem Natrium (Antichlor) aus den Sodarückständen.Er oxydirt dieselben zunächst, indem er sie in Haufen längere Zeit derEinwirkung der Luft preisgiebt, laugt alsdann aus, fällt aus derLauge den Kalk mittelst Natriumcarbonats als Calciumcarbonat underhält durch Eindampfen der von dem Kalkniederschlage decantirtenFlüssigkeit eine Lösung, aus welcher beim Erkalten beträchtlicheMengen von unterschwefligsaurem Natrium auskrystallisiren. NachLoshs Verfahren, welches übrigens schon in der ersten deutschenAuflage von Muspratts Technologie ausführlich beschrieben wordenist, hat man seit langer Zeit auf den Walker Alkaliworks bei New-castle bedeutende Quantitäten des genannten Salzes dargestellt.

M. Delamare 3 ) schlug vor, die Sodaiiickstände mit Schwefelund Wasser zu kochen und die dabei resultirende, Calciumpolysulfideenthaltende Flüssigkeit zur Bereitung von Schwefelwasser für medi-cinische Zwecke, zum Schwefeln des Weinstockes oder in den Nickel-hütten zum Ausfällen von Kobalt und Nickel zu verwenden.

P. A. Favre 4 ) suspendirt die Rückstände in Wasser und ent-wickelt daraus durch Hinzufügen von Salzsäure Schwefelwasserstoff.Letzterer wird entweder durch eine wässerige Lösung von schwefligerSäure zu Schwefel reducirt oder direct verbrannt, um in der Form vonschwefliger Säure in die Schwefelsäurekammern eingeführt zu werden.

E. K o p p 5 ) verwendet die Sodarückstände wie Losh zur Dar-stellung von unterschwefligsaurem Natrium. Er vermischt sie zu

x ) W. Gossage, Cliem. News Sept. 1861, Nro. 95. 2 ) Losh, Wagn.

Jahresher. 1868, 176. 8 ) S clieur er - K e s tner, Bull. Soc. industr. Mul-house 1868, 120;. Dingl. pol. J. CXXXVII, 207. 4 ) P. A. Favre, Wagn.

Jahresher. 1856, 70; Rep. of Patent. Invent. 1856, 161. 6 ) B. Ko pp,

Wagn, Jahresher. 1858, 92; Dingl. pol. J. CXL, 383.