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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Verwerthung der Sodarückstände etc.

diesem Zwecke mit 10 bis 15 p. C. Schwefel und der 12- bis löfacheuGewichtsmenge Wasser und lässt das Gemisch eine Stunde lang kochen.Die dadurch erhaltene Lösung von Calcium polysulfiden wird zusammenmit den darin suspendirten ungelösten Substanzen in einem ge-schlossenen, mit Rührvorrichtung versehenen Apparate mit schwefligerSäure behandelt, worauf man sie abzieht und zur Klärung kurzeZeit sich selbst überlässt. Die von dem Niederschlage decantirteFlüssigkeit ist eine concentrirte Lösung von unterschwefligsauremCalcium, aus welcher dieses Salz durch vorsichtiges Eindampfen beiniedriger Temperatur (rasches Eindampfen, sowie höhere Temperaturzersetzen dasselbe) leicht in reinem Zustande gewonnen werden kann.Zur Darstellung von unterschwefligsaurem Natrium wird die Lösung desCalciumsalzes mit Natriumsulfat zersetzt, von dem ausgeschiedenen Gypsdurch Decantiren getrennt, eingedampft und zur Krystallisation gestellt.

Th. Spencer 1 ) nahm 1860 ein Patent auf ein Verfahren zurVerwerthung des in den Sodarückständen enthaltenen Schwefels. Erentwickelt aus den Rückständen durch Kohlensäure oder SalzsäureSchwefelwasserstoff, welchen letzteren er von einem niederen Oxydedes Eisens (geröstetem Spatheisenstein oder Brauneisenstein etc., durchErhitzen mit Kohle theilweise reducirt) absorbiren lässt. Sobald dieEisfenverbindung ihr Absorptionsvermögen für Schwefelwasserstoff ver-loren hat, setzt man sie in dünnen Schichten der Einwirkung der Luftaus, wodurch sie fast vollständig in freien Schwefel und Eisenoxydumgewandelt Eisensulfat wird nur in sehr geringer Menge ge-bildet und so von Neuem in einen für die Aufnahme von Schwefel-wasserstoff geeigneten Zustand gebracht wird. Oxydation und Schwefe-lung der Masse wechseln mit einander ab, bis die Wirkung der letz-teren auf Schwefelwasserstoff vollständig und endgültig erschöpft ist;sie enthält dann eine grössere Menge freien Schwefels, welcher dieEisenverbindung umhüllend, den Zutritt der Luft zu derselben und da-mit ihre Oxydation verhindert. Die Masse wird destillirt, wenn maxiden Schwefel als solchen, abgeröstet, wenn man schweflige Säure ge-winnen will.

Es ist dies das nämliche Princip, welches F. C. Hills 2 ) schonseit dem Jahre 1857 mit grösstem Erfolge zur Absorption und zweck-mässigen Verwerthung des im Steinkohlengase enthaltenen Schwefel-wasserstoffs angewandt hat.

J. Townsend und J. Walker 3 ) benutzen die Rückstände zurDarstellung von unterschwefligsaurem Natrium, von Schwefelmetallenoder von freiem Schwefel. Im ersten Falle verfahren sie wie Losh;

1 ) Tlx. Spencer, Wagn. Jahresber. 1860, 182; Bep. of Patent. In-vent. Maxell 1860, 53. 2 ) P. C. Hills, Patent Nro. 1873, 6. Juli 1857.

8 ) J. Townsend u. J. Walker, Bep. of Patent. Invent. Sept. 1861, 232,