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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Verwerthung der Sodarückstände etc.

und hebt auch die Nachtheile hervor, welche bei der Verwendung derRückstände zum Ausfällen von Bauterrain hier und da wahrzunehmenwaren. In Folge von Gypsbildung findet nämlich ein fortwährendes,sehr unangenehmes Heben des Grundes statt.

Verfahren zur Darstellung nützlicher Fabrikations-producte aus den Sodarückständen.

Der Schwefel, obschon nur Umbildungsagens, da er nicht Be-standtheil des Fabrikationsproductes wird, ist doch das. werthvollsteder in den Sodaprocess eingeführten Materialien; über 4 /s des in derForm von Schwefelsäure zur Umwandlung von Kochsalz in Soda an-gewandten Schwefels gehen in die Rückstände über.

Aus der leichten Zersetzbarkeit der letzteren und aus der hervor-ragenden Rolle, welche der Schwefel bei den stattfindenden Zersetzungenspielte, durfte mit Recht gefolgert werden, dass derselbe in den Rück-ständen nur lose gebunden, mithin in einem leicht zugänglichen Zu-stande vorhanden sei.

Diese Verhältnisse zusammen mussten alsbald dazu auffordern,die Darstellung von Schwefel oder von verkäuflichen Schwefelverbin-dungen aus den Sodarückständen zu versuchen; konnte man diese ge-nügendbillig bewerkstelligen, so war dadurch gleichzeitig eine ganz er-hebliche Verminderung in den^Productionskosten der Soda gegeben.

Erfolge in dieser Richtung sind, soweit dem Verfasser bekanntgeworden, zuerst von T. II. Leighton 1 ) erzielt worden; derselbeliess sich am 11. October 1836 in England neben Anderem ein Ver-fahren zur Wiedergewinnung von Schwefel patentiren, welches darinbestand, dass er die Rückstände an der Luft längere Zeit der frei-willigen Oxydation überliess, sie danach auslaugte und aus der er-haltenen Lauge durch Salzsäure Schwefel fällte.

Von denen, welche in ähnlichem Sinne thätig gewesen sind, ver-dient demnächst W. Gossage 2 ) genannt zu werden. Derselbe wiesim Jahre 1838 nach, dass Calciumsulfid durch feuchte Kohlensäure zuCalciumcarbonat und Schwefelwasserstoff und zwar genau im Aequi-valentverhältniss zersetzt wird, und war seit jener Zeit unablässigbemüht, den so gewonnenen Schwefelwasserstoff auf eine geeigneteWeise in schweflige Säure überzuführen. 1858 3 ) liess er sich einVerfahren zur Darstellung von Schwefelsäure aus der durch Verbrennenvon Schwefelwasserstoff erhaltenen, mit Stickstoff, Wasserdampf etc.gemengten gasförmigen schwefligen Säure patentiren.

*) T. H. L e i gh to n , Engl. Patent Nro. 7061. 1836. 2 ) W.Gossage )

Chem. News, Sept. 1861, 95; Dingl. pol. J. CLXII, 283. W. Gossage,A liistory of Sodamanufacture, Liverpool 1853. 3 ) Bep. of Patent. Inveut.

June 1858, 458; Wagn. Jalaresber. 1858, 95.