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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Verwerthung der Sodarückstände etc.

säuren des Schwefels werden, in Salze höherer Sauerstoffsäuren über-geführt, und als hauptsächliches Endproduct aller dieser Umwandlungenresultirt Gyps, welcher, obschon weit schwieriger löslich als dieVerbindungen, aus denen er entstanden ist, sich gleichwohl nur zumTheil ahscheidet, zum Theil aber in dem Wasser gelöst bleibt. AnGlyps reiche Wasser sind ihrer beträchtlichen Härte wegen wiederumzu vielen technischen Zwecken nicht mehr zu verwenden.

Aus den angeführten Thatsachen erhellt, dass jede Aufspeicherungvon Sodarückständen eine Verunreinigung der Atmosphäre und desWassers der Nachbarschaft zur Folge haben muss.

Die dadurch herbeigeführten Uebelstände würden sich überallschon in kurzer Zeit bis zur Unerträglichkeit gesteigert haben, wennnicht, Dank den eingetretenen Umsetzungen, die Rückstände an derOberfläche rasch erhärteten und somit in einen für Wasser und biszu einem gewissen Grade auch für Luft undurchdringlichen Mantelgehüllt würden. Dieser Umstand verlangsamt die früher beschriebenenZersetzungen bedeutend und mildert dadurch die bereits angedeuteten,damit verbundenen Missstände; aber er ist durchaus nicht im Stande,dieselben vollständig zu beseitigen.

Seitdem der Einfluss der Beschaffenheit von Boden, Luft undWasser auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung auf das Unzwei-deutigste nachgewiesen worden ist, seitdem man gelernt hat, in dieBerechnung der nationalen Wohlfahrt und des nationalen Reichthumsals wichtigsten Factor das Lehen und die Lebensdauer des einzelnenIndividuums einzusetzen, lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit und be-sonders die Aufmerksamkeit der Sanitätsbehörden sich mit Recht stetsvon Neuem allen Verhältnissen zu, welche eine Beeinträchtigung desBodens, des Wassers oder der Atmosphäre bedingen können.

Auch die nachtheiligen Folgen der Aufspeicherung grösserer Mengenvon Sodarückständen verdienen in dieser Beziehung die vollste Beach-tung; sie haben diese bisher wohl nur deshalb nicht genügend ge-funden, weil die der chemischen Grossindustrie dienenden Fabrikenlange Zeit auch andere mehr in die Augen fallende Uebelstände (Ent-wickelung von schwefliger Säure und Salzsäure, Verunreinigung derbenachbarten Bäche durch saure Manganbrühen etc.) mit sich brachten.

Vereinzelte Versuche, Abhilfe für die durch Ansammlung der'Sodarückstände entstehenden Missstände zu schaffen, sind indessenschon frühzeitig und auch später des Oefteren gemacht worden. Manhat sich bemüht, entweder die Bildung der Rückstände bei dem Soda-process überhaupt zu vermeiden, oder denselben als solchen geeigneteVerwendungen zu verschaffen, oder endlich aus denselben nützlicheFabrikationsproducte darzustellen.

Die hauptsächlichsten der zu verschiedenen Zeiten zu den ange-gebenen Zwecken gemachten Vorschläge sollen hier in der soeben ge-