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Gruppe III. Chemische Industrie.
Calciumcarbonat nicht ganz vollständig erfolgen, ausserdem namhafteMengen von unzersetztem Natriumsulfat und Natriumsulfid.
Bei der Behandlung eines solchen Gemisches mit Wasser werdendie Natriumverbindungen, besonders also Natriumcarbonat und Natrium-sulfat, aufgelöst, und es bleibt ein unlöslicher Rückstand, welcherseiner Hauptmasse nach aus Calciumsulfid, Calciumhydrat und Calcium-carbonat besteht und welcher auch die in die ursprüngliche Schmelzegelangten Verunreinigungen, d. h. Sand, Silicate, Kohlepartikelchen etc.,enthält.
Dieser Rückstand, auf dessen Unlöslichkeit und Unveränderlich-keit, so lange Wasser allein darauf einwirkt, die rasche Darstellbarkeitverhältnissmässig reiner Sodalaugen beruht, ist lange Zeit für denFabrikanten ein lästiges Nebenprodukt gewesen.
Da die Rückstände keinen Werth besitzen, so wurden sie in derNähe der Fabriken auf Haufen gestürzt, welche, da jede Tonne Sodaetwa l 1 / 2 Tonnen Rückstände liefert, mit der Zeit zu Bergen anwuchsenund schon durch die in Anspruch genommene werthvolle Bodenflächeden Fabrikanten zur Last fielen.
Diese Aufspeicherung bedingt jedoch noch andere Uebelstände vonungleich grösserer Bedeutung. So unveränderlich die Rückstände sichnämlich, wie schon bemerkt, bei der Einwirkung allein des Wasserserweisen, ebenso leicht erleiden sie unter dem Einflüsse der Luft Zer-setzung. Als gasförmiges Product dieser Zersetzung tritt Schwefel-wasserstoff auf, welcher die Umgebung verpestet. Gleichzeitig werdenunter Schwefelabscheidung neben Gyps lösliche Calcium- und Natrium-salze der unterschwefligen und schwefligen Säure gebildet, der ab-geschiedene Schwefel vereinigt sich zum Theil mit unverändert geblie-benem Calciumsulfid zu löslichen Calciumpolysulfiden, deren wässerigeAuflösungen wiederum zum Lösen von freiem Schwefel besonders ge-eignet sind u. s f.
Wenn atmosphärische Niederschläge in die durch die Einwirkungder Luft veränderten Rückstände eindringen, so werden die darin ent-haltenen löslichen Substanzen ausgelaugt und am Fusse der Haufenfliesst eine gelbe übelriechende Flüssigkeit ab, welche mit den schongenannten löslichen Schwefelverbindungen nahezu gesättigt ist. Be-nachbarte Flüsse, namentlich kleinere Bäche und zum Theil auchBrunnen, werden hierdurch in bedenklicher Weise verunreinigt. Ver-dünnte Lösungen von Calciumpolysulfiden, von Schwefel in Calcium-polysulfidlaugen , von schweflig- und unterschwefligsauren Salzen verleiden aber in Berührung mit der Luft nach kurzer Zeit eine aber-malige Zersetzung; Bach- oder Brunnenwasser, welches derartige Ver-bindungen enthält, entwickelt reichliche Mengen von Schwefelwasser-stoff, während erhebliche Quantitäten von Schwefel sich niederschlagen.Die ursprünglich darin vorhandenen Salze der niederen Sauerstoff-