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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Potasche.

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Abfällen schmelzen und daraus 16 Kg Blutlaugensalz gewinnen, eingutes Resultat; denn 50 Kg thierischer Abfälle anderer Potasche hin-zugesetzt, würden bei gewöhnlicher Fabrikation nur 8 Kg Blutlaugensalzergeben, sie geben hier 19 Kg, also 11 Kg mehr, welche demnach ausden stickstoffhaltigen Bestandtheilen des Wollschweisses entstanden sind.Da diese 11 Kg Blutlaugensalz unter anderen Verhältnissen einen Auf-wand von 70 Kg thierischer Abfälle erfordert haben würden, welche einenWerth von etwa 6 Mark repräsentiren, so sind diese 6 Mark bei Ver-wendung von 100 Kg Schafschweiss zur Blutlaugensalzfabrikation alsGewinn zu betrachten; ausserdem, bemerkt Havrez, kommt die ausdem Fett des Wollschweisses bei dessen Verbrennung sich entwickelndeHitze der Fabrikation in hohem Grade zu Gute. Leider kann der Ge-halt des Schafschweisses an Potasche nur an denjenigen Orten ver-werthet werden, wo durch eine ausgedehnte Wollindustrie grossartigeWollwäschereien entstanden sind; eine bei weitem grössere MengeWolle wird in der Kleinindustrie verwandt, bei welcher ein Aufarbei-ten der Waschwasser nicht mehr mit Vortheil ausführbar ist.

Eine grössere Entwickelung, weil bezüglich der Rohstoffe anGrenzen nicht gebunden, konnte die Fabrikation von Potasche ausschwefelsaurem Kalium nach dem Leblancschen Verfahren an-nehmen. Auch diese Fabrikation ist neueren Datums. F. Kuhlmannin Lille erwähnt im Bericht über den chemischen Theil der LondonerIndustrieausstellung von 1862 * 2 ), dass nach obiger Methode das bei derRaffination der Schlempekohle als Nebenproduct gewonnene schwefel-saure Kalium theilweise verarbeitet wurde.

In Deutschland ist diese Fabrikation von der Firma des Ver-fassers 3 ) im Jahre 1861 in den Grossbetrieb eingeführt worden. An-regung zu derselben gab auch hier das aus der Schlempekohle gewon-nene, wegen seines Gehaltes an Cyanverbindnngen schwer verkäuflicheschwefelsaure Kalium, welches neben dem in den Seifenfabriken derNachbargegenden bei Verwendung russischer Asche abgeschiedenenschwefelsauren Kalium längere Zeit hindurch den Rohstoff für dieseFabrikation bildete. Die grössere Flüchtigkeit der Kaliumsalze imVergleich zu derjenigen der correspondirenden Natriumsalze beimSchmelzprocesse bot anfangs mancherlei Schwierigkeiten; waren dochdiese Verluste wegen des hohen Preises der Kaliumsalze ausserordent-lich viel schwerer wiegend als diejenigen der Sodafabrikation; ausser-dem musste dem Umstand Rechnung getragen werden, dass hei derFabrikation der Potasche nach dem Leblancschen Proeess keine

J ) Kamrodt, Hugo Fleck, Fabrikation chemischer Producte von thieri-sehen Abfällen. Braunschweig bei Friedr. Vieweg u. Sohn. 1862.

2 ) A. W. Hofmann, Reports by the Juries '56.

8 ) Vorster & Grüneberg in Kalk bei Cöln.

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