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Gruppe III. Chemische Industrie.
Mutterlaugen abgeschieden werden dürfen; die Schwefelverbindungen,welche bei der Sodafabrikation in den Mutterlaugen beseitigt werden,mussten hier direct aus den Laugen entfernt werden. Schliesslich abergelangte man dennoch, zumal durch Carbonisirung der Laugen, zuzufriedenstellenden Resultaten, und augenblicklich hat die Fabrikationvon Potasche aus schwefelsaurem Kalium eine grosse Ausdehnung ge-wonnen. Die anfänglich benutzten oben erwähnten Rohstoffe reichtenbald nicht aus, den Bedarf für die künstliche Potasche zu decken, manmusste sich nach anderen Quellen für schwefelsaures Kalium umsehen.
Der Gedanke, die im Stassfurter Kalisalzlager neben Chlorkaliumin Form von schwefelsaurem Magnesium (Kieserit) vorkommendeSchwefelsäure auf das Kalium zu übertragen, d. h. durch Wechsel-wirkung zwischen Chlorkalium und schwefelsaurem Magnesium ein fürdie Potaschefabrikation brauchbares schwefelsaures Kalium herzu-stellen, lag nahe. Viele dahin gerichtete Versuche führten immer nurauf Doppelsalze von schwefelsaurem Kalium und schwefelsaurem Mag-nesium, welche durch wiederholte Raffinationen zwar zum Theil zer-legt wurden und an schwefelsaurem Kalium reichere Producte lieferten,aber die erhaltenen Resultate waren doch nie ganz zufriedenstellende.Das angestrebte Ziel wurde schliesslich 1862 vom Verfasser durch Ein-führung von 1 Mol. Chlorkalium in das aus gleichen Mol. Kalium- undMagnesiumsulfat bestehende Doppelsalz erreicht.
Die Grundzüge dieses Vex’fahrens 1 ), welches mannichfache Phasenzu durchlaufen hatte und unter grossen Opfern in den StassfurterWerken der Firma zur Ausbildung gelangte, waren:
1. Bildung eines Doppelsalzes aus schwefelsaurem Kalium undschwefelsaurem Magnesium durch Einwirkung einer heissen 'Lösungvon schwefelsaurem Magnesium (Kieserit) auf Chlorkalium nach folgen-der Reaction:
3 Ka CI + 2 Mg S 0 4 = MgS0 4 , Ka 2 S0 4 -f KaCl, MgCl 2 .
2. Zerlegung des zuerst angeführten Doppelsalzes, indem mandessen heisse Lösung auf Chlorkalium einwirken liess oder das unge-löste Doppelsalz mit einer kalten Chlorkaliumlösung macerirte, nachfolgender Gleichung:
Ka. 2 S0 4 , MgS0 4 + 3 Ka CI = 2 Ka 2 S 0 4 + KaCl, MgCl 2 .
3. Zerlegung des gebildeten künstlichen Carnallits (KaCl,Mg01 2 )durch Raffination oder Maceration mit kaltem Wasser.
Bei Aufwand von 3 Mol. Chlorkalium und 1 Mol. Magnesiumsulfaterhielt man daher als Endproducte 1 Mol. Kaliumsulfat, 1 Mol. Magne-siumchlorid und 1 Mol. Kaliumchlorid zurück.
- 1 ) Vergleiche hinsichtlich der hier besprochenen Reactionen auch denAufsatz von Dr. A. Frank, Seite 366 dieses Berichtes.