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Gruppe III. Chemische Industrie.
ein Zurückgellen der Erträge noch nicht zu bemerken war und, auchdurch successive Vertiefung der Ackerkrume sowie' durch die damalsgerade eingeführte Guanodüngung ein Theil der regelmässig ausge-führten Alkalien ersetzt und der Vorrath im Boden daher nicht sorasch aufgezehrt wurde. Nach und nach stellten sich aber doch Er-scheinungen heraus, welche die „praktischen Landwirthe“ daran denkenHessen, dass die Ansichten des „Theoretikers“ Liebig, welcher kaumein Rübenfeld gesehen hatte, vom Auspflanzen, Behacken und Einmiethender Rüben aber gewiss nichts verstand, doch wohl Beachtung verdienenmöchten. Man konnte plötzlich nicht mehr wie in den ersten Zeitenein Jahr um das andere oder selbst direct hinter einander Zucker-rüben bauen, denn die Ernten gingen in Qualität und Quantität zu-rück, Ungeziefer, Pilzbildungen und sonstige Schädlinge setzten denin Folge mangelhafter Ernährung und Ausbildung weniger wider-standsfähigen Pflanzen in weit höherem Maasse zu und selbst die ein-geheimsten Rüben zeigten neben vermindertem Zuckergehalt auch einegeringere Beständigkeit, indem sie in den Miethen rasch faulten. Unter-suchungen der Aschenbestandtheile solcher leicht faulender Rüben con-statirten darin einen bedeutend geringeren Kaligehalt als in normalen,und so entschloss man sich, wenn auch zögernd, zu Versuchen mit denKalidüngsalzen. Das Resultat' dieser zuerst auf den Versuchsfeldernder Zuckerfabriken von J. Brumme in Waldau und von Treutler-Scherzer in Neuhof bei Liegnitz gemachten Proben war ein derartgünstiges, dass schon im folgenden Jahre grosse Massen von Kalidüng-mitteln verbraucht wurden und die anfangs gehegten Befürchtungen,dass der Acker durch die Chlorverbindungen resp. durch die löslichenSalze überhaupt verdorben, oder wie man sich ausdrückte „versalzen“würde, bald schwanden. Neben den bis dahin fast ausschliesslich ver-wendeten Stickstoff- und phosphorsäurehaltigen Düngmitteln (Guano,Knochenmehl und Superphosphat) erwarben sich die Kalisalze um sorascher einen Platz, als man bald fand, dass sie die Wirkung desGuano und der Phosphate nicht nur rationell ergänzten, sondern auchin Folge ihres Gehaltes an Kochsalz und Magnesiumsulfat die Verthei-lung. und Lösung der Phosphate ebenso unterstützten, wie sie das freieAmmoniak des Guanos vor Verfliichtung bewahrten.
Dass durch die Kalidüngung die Anwendung der Stickstoff- wieder phosphorsäurehaltigen Kunstdünger nicht ersetzt werden könne, unddass die Anwendung des Kalis auf solchem Ackerboden, welcher reichan Feldspath und verwitterten, kalihaltigen Gesteinen ist, erfolglossein müsse, würde keiner besonderen Erwähnung bedürfen, wenn nichtdaraus der Kalidüngung von Seiten einzelner Empiriker ein Vorwurfgemacht worden wäre. Die meisten Landwirthe können sich eben nochimmer nicht in den Gedanken finden, dass die allgemein gültigenGrundlehren der Pflanzenernährung in ihrer Anwendung jeder einzel-