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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Kalidüngmittel.

Von Dr. A. Frank

in Stassfurt.

Schon im Vorhergehenden wurde erwähnt, dass bei der Verarbei-tung der Kalisalze einzelne Zwischensproducte fallen, die sich nachihrer Form und Zusammensetzung zur Verwendung als Düngmittel,oder wie die Amerikaner es allgemeiner und richtiger bezeichnen, alsFertilizer, d. h. die Fruchtbarkeit fördernde Stoffe, besonders eignen;denn der Boden bedarf zu seiner vortheilhaften Ausnutzung nicht alleinder Zuführung solcher Stoffe, welche directe Pflanzenernährungsmittelresp. organische oder Aschenbestandtkeile der Pflanzen bieten, sondernauch solcher, welche seine physikalische Beschaffenheit (seine Condition)verbessern und erhöhen, indem sie entweder dazu beitragen, dass dieAckerkrume mürber, leichter verwitterbär. und damit also auch auf-nahmefähiger für die Feuchtigkeit und widerstandsfähiger gegen rascheVerdunstung wird, oder seine Absorptionsfähigkeit für die wirklichenPflanzennährstoffe erhöhen resp. die Vertheilung dieser Stoffe in bes-serer Weise, als dies durch mechanische Hilfsmittel möglich ist, auch inden tieferen Bodenschichten bewirken 1 ).

Die erwähnten Zwischenproducte der Kalifabrikation boten nun einGemisch, welches diesen Anforderungen in vieler Beziehung entsprachund sich in Folge dessen auch rasch eine ausgedehnte Verwendung inder Landwirthschaft erwarb. Denn während diese Kalidüngsalze, abwei-chend von dem rohen Abraumsalz, Carnallit und Kainit nur geringe

a ) Die höchste praktische Leistung der Pflüge ist wohl die in der Gegendvon Magdeburg erreichte Furchentiefe von 16 Zoll (40 cm). Die darunterliegenden Bodenschichten werden nicht aufgelockert, also auch nicht mit denaufgebrachten Düngemitteln gemischt oder durch rasche Verwitterung anlöslichen Mineralstoff'eiT bereichert, obgleich gerade sie es sind, in welche dietiefwurzelnden Hackfrüchte nnd Futterkräuter, Zuckerrüben, Turnips, Klee,Luzerne, Esparsette, ihre Saug- und Nebenwurzeln hinabsenden, um Nahrungund Feuchtigkeit zu empfangen.