Vorkommen und Verarbeitung der Kalisalze in Kalusz. 383
Werkes dürfte aber dem Kainit die grösste Beachtung zu schenkensein, da das daraus zu gewinnende schwefelsaure Kalium wegen seineshöheren Han delswerthes die bedeutenden Frachtspesen leichterträgt undalso im Verhältniss zu Stassfurt auch eoncurrenzfähiger ist, währendfür einen nicht unbedeutenden Theil des als Nebenproduct producirtenGlaubersalzes die österreichisbke und russische Glasindustrie und beiweiterer Verarbeitung des Glaubersalzes auf Soda das ganze jetzt durchEisenbahnen erschlossene östliche Hinterland, Moldau, Walachei undRussland einen günstigen Markt bieten.
Das Hauptliinderniss für die Entwickelung der Kaluszer Werkescheint in der schwierigen Beschaffung tüchtiger und intelligenterArbeitskräfte zu liegen, da die eingeborene Bevölkerung von sehr ge-ringer Leistungsfähigkeit ist und für Bergbau wie Fabrikbetrieb erstvollständig angelernt und erzogen werden muss. Ausserdem sind diejetzigen Grubenbaue für eine grössere — der Stassfurter ebeirbürtige —Förderung nicht mit ausreichenden Schächten, Ventilations- und Förder-anlagen versehen und bieten auch in Folge des früheren für die Koch-salzgewinnung geführten Laugwerkbetriebes mannichfache Schwierig-keiten, die erst mit dem Niederbringen eines neuen Schachtes und derAufschliessung neuer unverritzter Theile des Lagers völlig gehobenwerden können. Immerhin sind die jetzigen Anlagen bei entsprechenderLeitung des Bergbaues für eine tägliche Gewinnung von 4000 Ctr-Rohzalz schon ausreichend, welches Quantum auch in den vorhandenenmit besten in Stassfurt erprobten Apparaten reichlich ausgerüstetenFabrikanlagen bequem verarbeitet werden kann. — Für Industrie,Handel und Landwirthschaft in Oesterreich und namentlich für derenEntwickelung in Galizien selbst äowie für die benachbarten russischenG.ebietstheile, als Hauptsitze der russischen Rübenzuckerindustrie, sinddie Kaluszer Werke von grösster Bedeutung und ist denselben deshalbum so mehr Glück und Gedeihen zu ■ wünschen.