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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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382 Gruppe III. Chemische Industrie.

Consumtionsplätzen, Wien, Stettin etc., lastet, nur in hochgradigerWaare 95 bis 97 p. C. in den Handel gebracht und kann wegenseiner grossen Reinheit und schönen, kräftigen Krystallisation als Prima-qualität bezeichnet werden.

Gewinnung und Verarbeitung des Kainits. Wie schonpben angeführt, iibertrifft das Kainitvorkommen in Kalusz bezüglichseiner Mächtigkeit und der dadurch erleichterten Gewinnung das vonStassfurt-Leopoldshall ganz bedeutend. Bei einer absoluten Mächtigkeitdes Iialuszer Kainitlagers von 6 bis 7 Lachter (12 bis 14 m) ist das-selbe im zweiten und dritten Horizont der Grube, also auf 60 m flacherPfeilerhöhe durch zwei streichende Strecken auf mehr als 200 m aufge-schlossen und ist eine Fortsetzung des Lagers auch in grössere Tiefeebenso wie im Streichen sicher anzunehmen. Schon die bisher aufge-schlossenen Mengen repräsentiren aber ein sofort gewinnbares Quantumvon 2 bis 2 1 / ä Millionen Centner. Die durchschnittliche Zusammen-setzung des Kainits soll sein:

im II.

Horizont

im III. Horizont

Schwefelsaures Kalium . .

. 20-3

19-6

Magnesium .

. 14-2

14-2

Chlormagnesium.

. IUI

111

Chlornatrium.

27-5

Schwefelsaures Calcium . .

. 2-8

0-5

Unlösliches (Thon, Sand) .

. 9'2

9-8

Wasser ........

Rest

100-00

100-00

Hiernach bietet sich der Kaluszer Kainit sowohl zur Darstellung vonschwefelsaurem Kaliummagnesium und reinem schwefelsaurem Kalium,als auch zur Gewinnung von Chlorkalhim und Glaubersalz, event. zueiner combinirten Fabrikation, in welcher zunächst ein Theil des Kalisals schwefelsaures Kaliummagnesium, der Rest als Chlorkalium gewonnenwerden kann, während die bei letzterer Fabrikation ausgekochten Salz-gemische von Kochsalz und schwefelsaurem Magnesium ein brauchbaresMaterial für ausgedehnte Glaubersalzgewinnung bieten würden, da dieharten und langen galizischen Winter der Darstellung von Glaubersalzweit mehr Chancen bieten, als das verhältnissmässig milde Klima vonStassfurt. Soviel indess bekannt, ist die Kainitverarbeitung in Kaluszbisher noch nicht durchgeführt 1 ) und werden bisher nur kleine Quanti-täten Kainit zu Düngesalzen verwendet. Bei weiterer Entwickelung des

*) Neuerdings sind von Dr. G. Bor sehe in Leopoldshall Versuche überdiese, hei Herabsetzung des Kainitpreises auch für Stassfurt wichtige Frageangestellt worden, welche die Aufgabe befriedigend zu lösen scheinen.,